UNESCO-Alphabetisierungspreis 2010 geht an Deutschland
Hamburger Bildungsinstitut erhält König-Sejong-Preis
Mehr zu: Analphabetismus, Grundbildung, Hamburg, Leseförderung, Lesekompetenz, Kindergarten / Vorschule, Sonderthemen, SchuleDas Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg erhält für das Projekt "Family Literacy" (FLY) den König-Sejong-Alphabetisierungspreis der UNESCO. Nach ideellen Würdigungen von insgesamt fünf deutschen Projekten seit 1974 geht in diesem Jahr der UNESCO-Alphabetisierungspreis erstmals an eine deutsche Einrichtung.
Das FLY-Projekt in Hamburg fördert seit 2004 Schreib- und Lesekompetenzen von Kindern und Eltern mit Migrationshintergrund. Die UNESCO zeichnet in diesem Jahr drei weitere Alphabetisierungsprojekte in Ägypten, Nepal und Kap Verde aus. Die Preisverleihung findet am 8. September zum Welttag der Alphabetisierung in Paris statt.
An dem Projekt "Family Literacy" nehmen 33 Schulen und Kindertagesstätten aus sozialen Brennpunkten in Hamburg teil. Das Projekt vermittelt Lese- und Schreibkompetenzen an Kinder und ihre Eltern. Es soll vor allem die Fähigkeiten der Eltern stärken, den Schriftspracherwerb ihrer Kinder zuhause zu unterstützen und sie dadurch besser auf die Schule vorzubereiten. Eltern gehören zu den ersten "Lehrern" ihrer Kinder. Gleichzeitig beeinflussen Kinder auch den Bildungsstand ihrer Eltern. Das Projekt "Family Literacy" konzentriert sich auf die Nahtstelle des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule. Langfristiges Ziel ist es, Schulabbrüche zu verhindern und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie zu stärken. 90 Prozent der teilnehmenden Eltern sind Frauen.
Die UNESCO hat in diesem Jahr drei weitere Alphabetisierungsprojekte ausgezeichnet: Die Generaldirektion für Erwachsenenbildung in Kap Verde erhält ebenfalls den König-Sejong-Preis für ihr Programm zur Alphabetisierung von Frauen. Die Analphabetenrate in Kap Verde ist zwischen 1974 und 2005 von 60 auf 20 Prozent gesunken. Die ägyptische Stadt Ismalia bekommt den Konfuzius-Alphabetisierungspreis für ihr Engagement in der Ausbildung von jungen Frauen zu Entwicklungshelferinnen für ihre eigenen Gemeinden. Das Zentrum für non-formale Bildung in Nepal erhält den Konfuzius-Preis für seine nationale Alphabetisierungskampagne, die Themen wie Umwelt, Entwicklung und Gesundheit in die Bildungsarbeit integriert.
Die UNESCO verleiht die internationalen Alphabetisierungspreise jedes Jahr für außergewöhnliche und innovative Projekte zur Alphabetisierung und Grundbildung. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von jeweils 20.000 US-Dollar verbunden. Die Preisträger werden von einer internationalen Jury ausgewählt. Laut dem UNESCO-Weltbildungsbericht sind über 750 Millionen Menschen vom Analphabetismus betroffen. Fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Die Stärkung von Frauen ist in diesem Jahr der Schwerpunkt der UN-Dekade der Alphabetisierung (2003-2012). Die UNESCO ist für die Dekade federführend. Ihr Ziel: Die Analphabetenrate soll bis zum Jahr 2015 weltweit um die Hälfte reduziert werden.
Weitere Informationen: www.unesco.de/alphabetisierung.html
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