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Berlin

Integrationsmotor Ausbildung

Mehr zu: Berlin, Hauptschule, Integration, Berufliche Bildung
Berlin, 29.07.2010 -

Ausbildung ist ein starker Integrationsmotor. Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) engagieren sich daher dafür, Jugendlichen mit Migrationshintergrund die gleichen Ausbildungschancen zu eröffnen wie Jugendlichen aus deutschen Herkunftsfamilien – vorausgesetzt, die schulischen Leistungen stimmen. Und sie werben in besonderer Weise bei Unternehmern mit Migrationshintergrund für Ausbildung. In mehr als 50 IHKs gibt es spezielle Ansprechpartner für Unternehmen und Jugendliche nichtdeutscher Herkunft. Rund 25 IHKs richten regelmäßig Informationsveranstaltungen zum Thema aus. Die Industrie- und Handelskammern konzentrieren sich dabei auf die Regionen, in denen der Anteil von Unternehmern, Eltern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besonders hoch ist.

Beispiel Hessen: Sonderberater unterwegs

Ein sehr erfolgreiches Projekt gibt es bei den hessischen Industrie- und Handelskammern: IUBA – "Unternehmen mit internationaler Unternehmensführung bilden aus". Hier sind in den vergangenen acht Jahren fast 4.300 neue Ausbildungsplätze bei kleinen und mittleren Unternehmen mit Inhabern nichtdeutscher Herkunft entstanden. Der Großteil davon wurde in Gastronomie und Handel geschaffen. Hierzu sind vier Sonderberater der IHKs Frankfurt, Offenbach, Darmstadt und Kassel speziell für die Beratung und Begleitung von ausbildungsinteressierten Unternehmen mit internationaler Unternehmensführung unterwegs.

Beispiel Siegen: Fördern und Fordern

In Siegen koordiniert die IHK ein anderes erfolgreiches Projekt. Interessierte Hauptschüler durchlaufen einen Lehrgang, in dem erste Berufsqualifikationen vermittelt werden. Der Lehrgang findet in der Freizeit der Schüler statt: freitagnachmittags und samstagvormittags. Wer durchhält, wird belohnt: Die IHK und beteiligte Partnerbetriebe garantieren den Jugendlichen Unterstützung bei der Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz. Die Erfolgsquote lag in den vergangenen Jahren bei weit über 90 Prozent. Gut ein Drittel der beteiligten Jugendlichen haben einen Migrationshintergrund. Das zeigt: Für wirksame Hilfe sind oftmals keine speziell zugeschnittenen Programme für Jugendliche mit Migrationshintergrund vonnöten. Vielmehr sind oft solche Programme das Mittel der Wahl, die unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Migrationshintergrund Leistungsschwächere fördern und fordern.

Erfolgsinstrument Einstiegsqualifizierung: Brücken in Ausbildung Ein "Klassiker" in diesem Bereich ist die im Ausbildungspakt verankerte Einstiegsqualifizierung: Für zwei von drei Jugendlichen führt ein solches, sechs- bis zwölfmonatiges Betriebspraktikum zu einem Ausbildungsvertrag. Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei den EQs liegt bei 34 Prozent. Die Einstiegsqualifizierung ist zudem ein gutes Instrument, um Unternehmensinhaber mit Migrationshintergrund an Ausbildung heranzuführen.

Chancen erschließen

Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und migrantischen Verbänden wird sich die IHK-Organisation auch künftig ins Zeug legen. Es gilt, noch mehr Jugendlichen mit Migrationshintergrund Ausbildungschancen zu erschließen und weitere Unternehmensinhaber/-innen mit Migrationshintergrund von den Chancen der Berufsausbildung in Deutschland zu überzeugen. Voraussetzung für eine höhere Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist, dass sie bei schlechten Schulleistungen stärker individuell gefördert werden. Dieses Ziel muss daher auch im neuen Pakt für Ausbildung verankert werden.

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