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Niedersachsen

Forderungen des Landeselternrats

Althusmann: "Wir werden viele Anregungen der Elternvertreter aufgreifen"

Mehr zu: Abschlussprüfungen, Althusmann, G8, Klassenfrequenz, Niedersachsen, Schule
Hannover, 13.08.2010 -

Kultusminister Dr. Bernd Althusmann erklärt zu den heute veröffentlichten Forderungen den Landeselternrats:

"Es ist zu begrüßen, dass sich der Landeselternrat inzwischen offenbar klar und deutlich gegen die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren ausspricht. Zugleich nehmen wir die Forderungen ernst, die die Elternvertreter zum achtjährigen gymnasialen Bildungsweg erheben. Eine Vielzahl der Anregungen des Landeselternrats werde ich in den nächsten Gesprächen mit Vertretern des Gremiums gern aufgreifen. Unter anderem stehe ich einer Überprüfung der neuen kompetenzorientierten Kerncurricula durch ein unabhängiges Institut grundsätzlich offen gegenüber. Zugleich weise ich aber darauf hin, dass die Kerncurricula durch Experten-Kommissionen stets sorgfältig vorbereitet worden sind. Im Übrigen habe ich in den ersten 100 Tagen meiner Amtszeit bereits einige Verbesserungen im Sinne des Landeselternrats auf den Weg gebracht:

  1. Nach den Erfahrungen der ersten Jahre mit den Kerncurricula wird das Kultusministerium mit einer von mir neu eingesetzten Arbeitsgruppe sämtliche neuen Lehrpläne überprüfen. Dabei soll festgestellt werden, inwieweit diese einer Nachbesserung bedürfen, ohne die Qualität der jeweiligen Schulabschlüsse und insbesondere des Abiturs nach zwölf Jahren zu mindern.
  2. Zeitnah werden den Lehrkräften Handreichungen für verschiedene Fächer zur Verbesserung ihrer Handlungssicherheit im Umgang mit den Kerncurricula zur Verfügung gestellt.
  3. Für die kommenden Wochen habe ich die Schulleitungen aller Schulformen im Rahmen von Dienstbesprechungen im gesamten Land zu Fachgesprächen eingeladen, um mit ihnen über die Erfahrungen mit den Kerncurricula zu sprechen und daraus folgend möglicherweise Optimierungen auf den Weg zu bringen. Die Landesschulbehörde hat dazu bereits eingeladen, und die Rückmeldungen der Schulleiterinnen und Schulleiter auf diese Gesprächsangebote sind durchweg positiv.
  4. Ab Sommer 2011 werden die Klassengrößen in den Eingangsklassen der Gymnasien und Realschulen um zwei Schülerinnen und Schüler pro Klasse abgesenkt und die Schulleitungen entlastet.

Auch neuen Modellen zu flexiblen Gestaltung der Unterrichtszeiten in Schulen stehe ich offen gegenüber, wobei dies bereits jetzt in der Entscheidung der eigenverantwortlichen Schulen liegt und in vielen Schulen auch bereits flexibel gehandhabt wird.

Klar ist aber mit Blick auf den Forderungskatalog, dass eine vollständige Umsetzung aller Forderungen des Landeselternrats auch mit Blick auf die Haushaltslage des Landes nicht realisierbar sein wird, auch wenn vieles wünschenswert wäre. Ein Beispiel: Eine Reduzierung der Klassengrößen um drei Schülerinnen und Schüler pro Klasse in den Jahrgängen 5 bis 10 aller Schulformen würde allein etwa 72 Mio. Euro jährlich kosten.

Die Zusammenarbeit mit dem Landeselternrat ist stets sehr konstruktiv, und ich freue mich auf die nächsten Gespräche."

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