Stifterverband begrüßt nachgelagerte Studiengebühren oder "Akademikersteuer"
Mehr zu: BAföG, Stiftungen, Studiengebühren, Studienkredite, HochschuleDer Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft macht sich für nachgelagerte Studiengebühren stark. Generalsekretär Andreas Schlüter sagt dazu: "Das Zahlen nach dem Studium ist eine gute Alternative. Sei es in Form von nachgelagerten Studiengebühren, sei es in Form einer Akademikersteuer. Die Studierenden zahlen für ihr Studium in dem Augenblick, in dem sie von ihm profitieren. Und wenn sie nicht profitieren, weil ihr Einkommen zu niedrig ist, zahlen sie auch nicht. Das ist fair."
Über eine Extra-Akademikersteuer von fünf Prozent auf die Einkommen von Hochschulabsolventen, wie sie derzeit in Großbritannien kontrovers debattiert werde, sollte auch in Deutschland diskutiert werden, so Schlüter. Wenn es um die nachhaltige finanzielle Absicherung des deutschen Wissenschaftsstandortes gehe, dürfe es keine Denkverbote geben.
Gestützt wird die Forderung durch aktuelle Befunde aus Hamburg. Dort haben die Studierenden die Möglichkeit, erst nach ihrem Studium die Gebühren zu zahlen. Rund die Hälfte der Hamburger Studierenden macht davon Gebrauch.
Dass dieses Modell ein Vorbild sein kann, untermauert auch der in Kürze erscheinende Ländercheck "Studiengebühren" des Stifterverbandes. So hat Hamburg nicht nur die Anzahl der Studienanfänger besonders gesteigert, sondern auch die Übergangsquote von der Schule an die Hochschule und den Ausländeranteil verbessert. Besonders interessant: In Hamburg haben sich trotz Studiengebühren deutlich mehr Studierende aus bildungsfernen Schichten und aus einkommensschwachen Elternhäusern eingeschrieben als in anderen Bundesländern.
Die in den Jahren 2006 und 2007 in sieben Bundesländern eingeführten Studiengebühren brachten den Hochschulen rund 1,2 Mrd. Euro an zusätzlichen Einnahmen jährlich. Doch der politische Wind hat sich gedreht: In Hessen und im Saarland wurden die Gebühren abgeschafft, in Nordrhein-Westfalen steht die Abschaffung bevor. "Dass die klammen Bundesländer den Gebührenausfall dauerhaft aus ihren Budgets ausgleichen werden, daran sind erhebliche Zweifel angebracht. Umso wichtiger sind brauchbare Alternativen", meint Schlüter.
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