Kultusministerin Marion Schick hat am Mittwoch (1. September 2010) der Darstellung des Berufsschullehrerverbands Baden-Württemberg (BLV) widersprochen: "Der berufliche Bereich ist in den vergangenen Jahren alles andere als stiefmütterlich behandelt worden. Im Gegenteil: In den Jahren 2000 bis 2009 hat das Land insgesamt 2000 zusätzliche Deputate in die Stärkung der Unterrichtsversorgung und den Ausbau der beruflichen Schulen gesteckt."
Nach den aktuellen Schülerzahlenprognosen werde an den beruflichen Schulen zum kommenden Schuljahr erstmals die Zahl der Schülerinnen und Schüler nennenswert um ca. 9.000 zurückgehen. "Dennoch verbleibt die demographische Rendite von rechnerisch 185 Deputaten an den beruflichen Schulen und kommt damit voll der Unterrichtsversorgung zugute. Von einer Verschlechterung kann daher keine Rede sein", betonte Schick. Darüber hinaus hob sie hervor, dass auch im kommenden Schuljahr ausreichend Mittel für Vertretungsverträge zur Verfügung gestellt werden.
Zum kommenden Schuljahr fließen mit der Senkung des Klassenteilers von 32 auf 31 weitere Ressourcen an die beruflichen Schulen. "Kleinere Klassen ermöglichen den Lehrerinnen und Lehrern, ihren Unterricht qualitativ zu verbessern und noch intensiver auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler einzugehen", sagte die Ministerin.
Marion Schick wies den Vorwurf zurück, das Land habe den bedarfsgerechten Ausbau der Berufskollegs vernachlässigt: "Der Ausbau der Vollzeitbildungsgänge ist schon seit Jahren in vollem Gange." Wie sonst lasse sich erklären, dass die Schülerzahlen an den Berufskollegs seit 2000 um 43 Prozent gestiegen seien. Auch zum Schuljahr 2010/11 werde der Ausbau mit 45 zusätzlichen Klassen an den Berufskollegs weiter vorangetrieben.
Schick kündigte an, dass sich das Land für eine weitere Stärkung der beruflichen Schulen, insbesondere für einen weiteren deutlichen Ausbau der beruflichen Gymnasien, einsetzen werde. "Die beruflichen Schulen tragen in hohem Maße zur Durchlässigkeit des Bildungssystems bei und sind ein wichtiger Garant dafür, dass den begabten Schülerinnen und Schülern nach dem Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife der Anschluss zur Hochschulreife ermöglicht wird."