Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung
VERA 3: Berliner Schülerinnen und Schüler im normierten Bundesdurchschnitt
Keine falschen Schlussfolgerungen aus VERA 3
Mehr zu: Berlin, Bildungsmonitor, Grundschule, VERA (Studie), SchuleDer Bericht zu den Ergebnissen des VERA 3 Test, den das Institut für Schulqualität der Länder (ISQ) jüngst zur Einsicht für Interessierte ins Netz stellte, taugt nicht zu pauschalen Schlussfolgerungen über die Leistungen von Berliner Schülerinnen und Schülern im Vergleich zu anderen Bundesländern. Darauf verweist ausdrücklich die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Bei der Auswertung der Vergleichsarbeiten, die bundesweit von allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 3 in den Fächern Deutsch und Mathematik geschrieben wurden, hatten jeweils rund zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler die Mindeststandards (Kompetenzstufen 2 und höher), die erst zum Ende der Jahrgangsstufe 4 zu erwarten sind, bereits erreicht. Ein Vergleich zum Vorjahr ist aufgrund unterschiedlich angesetzter Standards nicht möglich.
Anders als andere Bundesländer veröffentlichen Berlin und Brandenburg ihre Testergebnisse. Zum Vergleich der Berliner Ergebnisse kann aber folgender Weg beitragen: Die identischen VERA 3-Aufgaben sind bereits im Jahr 2009 bundesweit erprobt und normiert worden. Diese Normierungswerte sind von den aktuellen Berliner Ergebnissen nicht signifikant abweichend. Sie bescheinigen den Berliner Schülerinnen und Schülern, dass sie die Mindeststandards in ähnlichem Maße wie ihre Klassenkameraden anderer Bundesländer erreichen. (So erreichen in Mathematik in Berlin 63,8 % die Mindeststandards und besser; im normierten Bundesvergleich erreichen 61 % diese Werte. Für den Bereich Deutsch/Lesen erreichen in Berlin 62,2 % die Mindeststandards und besser; der normierte Bundesdurchschnitt beträgt 67,8 %. D.h., wenn überhaupt lässt sich nur sagen, dass Berlin im Bundesdurchschnitt liegt).
Das Besondere an der Berliner Situation ist im Vergleich zur Normierungsstichprobe, dass mehr Schüler im Spitzenbereich, allerdings auch in der unteren Kompetenzstufe zu finden sind.
Bildungssenator Prof. E. Jürgen Zöllner: "Bundeseinheitliche Test, so auch VERA 3, sind für eine Standortbestimmung und damit für die Qualität von Schule unverzichtbar. Der VERA-Vergleichstest legt Mindeststandards an, die die getesteten Kinder erst im Folgejahr erreichen sollen. Die Ergebnisse sind aber dennoch als diagnostisches Instrument für jede einzelne Schule aufschlussreich. Denn sie können Schulen wichtige Hilfestellungen in der Frage geben, in welcher Klasse besondere Förderungen notwendig sind. Sie sind eine Aufforderung zum Handeln, wenn beispielsweise in der 3b bessere Ergebnisse erreicht werden als in der 3a. Ein Test, den alle bestehen würden, ist kein aussagefähiger Test. Die VERA 3-Ergebnisse taugen nicht dazu, Berlins Schülerinnen und Schülern – und so den Grundschulen unserer Stadt - schlechte Leistungen zu attestieren"
Zur Debatte um eine mögliche Überforderung von Drittklässlern bei der Beantwortung der Fragen sagte Zöllner: "Niemand kann eine Frustration junger, neugieriger Kinder wollen. Berlin setzt sich daher dafür ein, dass die Fragen im unteren Kompetenzbereich differenzierter werden. Das wird das Ergebnis nicht verfälschen, gibt den Lehrkräften jedoch ein deutlicheres Bild zur Analyse in der Lerngruppe. Berlins Ziel bleibt: Kein Kind wird auf seinem Bildungsweg zurückgelassen."
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