Kultusministerin Marion Schick widerspricht Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Pflichtunterricht wie auch der Ergänzungsbereich sind im kommenden Schuljahr wie bisher gesichert - Werkrealschule ist richtige Antwort auf die veränderten Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft - Land arbeitet intensiv an Konzepten zur frühkindlichen und Grundschulbildung und zur Entkopplung von Herkunft und Bildungserfolg
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungschancen, Statistik, Unterrichtsversorgung, Werkrealschule, SchuleKultusministerin Marion Schick wies am Donnerstag (2. September 2010) den Vorwurf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zurück, die Unterrichtsversorgung an den Schulen Baden-Württembergs sei nur unzureichend gesichert: "Der Pflichtunterricht wie auch der Ergänzungsbereich sind im kommenden Schuljahr wie bisher gesichert", erklärte die Ministerin. Insbesondere an die Grundschulen würden durch die Senkung des Klassenteilers von 31 auf 28 zum kommenden Schuljahr 810 zusätzliche Lehrerstellen fließen, um eine bessere individuelle Förderung zu ermöglichen. "Mit der Einführung pädagogischer Assistenten an Grundschulen setzen wir einen weiteren deutlichen Akzent für mehr individuelle Förderung." Über 400 Assistenten würden künftig die Lehrerinnen und Lehrer dabei unterstützen, den Schülerinnen und Schülern möglichst differenzierte Unterrichts- und Hilfsangebote zu machen.
"Sollten Ausfälle durch die fest installierte Krankheitsreserve nicht aufgefangen werden können, besteht für die Schulen die Möglichkeit, Vertretungsverträge abzuschließen. Hierfür stehen im kommenden Schuljahr ausreichend Mittel zur Verfügung", betonte Schick.
Die Ministerin warnte davor, die neue Konzeption der Werkrealschule schon vor ihrem Start zu verunglimpfen und damit Schülerinnen, Schüler wie Eltern zu verunsichern: "Dieser neue sechsjähriger Bildungsgang, der individuelle Förderung mit einer konsequenten Berufsorientierung verbindet, ist zukunftsweisend und daher die richtige Antwort auf die veränderten Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft." Der Zuspruch sei enorm: Die Werkrealschule sei vom ersten Jahr an die Schulart mit den meisten Standorten landesweit.
Auch widersprach die Kultusministerin der Behauptung, die Landesregierung präsentiere in der Bildungspolitik nur konzeptionslose Einzelmaßnahmen. "Die frühkindliche Bildung wie auch die Entkopplung des Zusammenhangs von Herkunft und Bildungserfolg sind wichtige Zukunftsaufgaben, denen sich die Landesregierung stellt. Wir arbeiten intensiv an einem Gesamtkonzept zur frühkindlichen und Grundschulbildung. Parallel erarbeitet derzeit der vor dem Sommer eingesetzte Expertenrat `Herkunft und Bildungserfolg´ Handlungsempfehlungen." Ziel müsse es sein, fundierte Konzepte auf den Weg zu bringen, um auch in Zukunft eine erfolgreiche Grundlage für die weitere Bildungsbiografie jedes einzelnen Kindes sicherstellen zu können. "Das ewige Lamentieren bringt uns keinen Deut weiter", betonte Schick.
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