ARTSCAPES. Jugend hört das neue Städel
Karg-Stiftung, Städel Museum und die Stiftung Zuhören kooperieren in der Förderung Begabter
Mehr zu: Geisteswissenschaften, Hochbegabung, Kulturelle Bildung, Künstlerische Fächer, Medienkompetenz, Nachhaltigkeit, Stiftungen, SchuleIm Rahmen der derzeitigen Städel-Erweiterung hat die Karg-Stiftung gemeinsam mit der Stiftung Zuhören des Hessischen Rundfunks und dem Städel Museum ein Projekt für hochbegabte Schülerinnen und Schüler ins Leben gerufen. Unter dem Titel "ARTSCAPES. Jugend hört das neue Städel" bekommen 16 Jugendliche aus weiterführenden Schulen aller Schulformen die einmalige Chance, den Prozess der Museumserweiterung auf unterschiedlichen Ebenen zu begleiten und einen intensiven Blick hinter die Kulissen des Museums zu werfen. Auf den Erfahrungen des einjährigen Projekts aufbauend, entwickeln die Teilnehmer einen innovativen Audioguide – von Jugendlichen für Jugendliche – der den Besuchern pünktlich zur Wiedereröffnung des Städel Museums im Herbst 2011 zur Verfügung stehen wird.
Das interdisziplinäre Projekt richtet sich an hoch- und besonders begabte Jugendliche aller Schulformen zwischen 12 und 15 Jahren. Im Vorfeld des Projekts wurden alle Frankfurter Schulen angeschrieben und aufgefordert, Schülerinnen und Schüler für das Projekt vorzuschlagen. Gute Schulnoten waren dabei nicht das ausschlaggebende Kriterium, sondern der Wunsch, mehr wissen zu wollen und die besondere Motivation für ein besonderes Projekt. Denn dies zeichnet hochbegabte Kinder aus: "Sie können mehr als sie müssen und sie wollen mehr als sie sollen" so Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung, die das Projekt finanziert.
In wöchentlichen Treffen wird die Gruppe in den nächsten zwölf Monaten den Erweiterungsbau des Frankfurter Städel begleiten und einen exklusiven Blick auf die Arbeit der verschiedenen an der Erweiterung beteiligten Abteilungen werfen. Zunächst steht dabei die Auseinandersetzung mit dem Bauprojekt, seiner Architektur, Planung und Ausführung im Vordergrund. Im Anschluss wird es um die Sammlung der Kunst nach 1945 im Städel Museum gehen – ihre Konzeption und Neueinrichtung sowie die Vermittlung der zeitgenössischen Kunstwerke wird die Jugendlichen beschäftigen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten im Laufe des Projekts Interviews, Protokolle, Fotodokumentationen, Film- und Hörfunkfeatures sowie einen Webblog. Diese Materialsammlung wird zur Wiedereröffnung des Museums in einem selbst konzipierten und realisierten Audioguide, einem begleitenden Werkstattbuch, welches im Horncastle Verlag erscheint, und einer Sendung für hr2-kultur münden. Am Ende des Projekts erzählt das neu ins Leben gerufene Format die Geschichte der Städel-Erweiterung aus Sicht der Jugendlichen. Methodisch basiert der Workshop auf dem Prinzip des forschenden Lernens, wobei die Komplexität des Projekts vielfältige Begabungen erfordert: künstlerisch-kreative wie technisch-naturwissenschaftliche Kompetenzen sind vonnöten. Die Jugendlichen werden dabei in unterschiedliche Dokumentationstechniken eingeführt und erhalten in Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst Anleitung in künstlerisch-kreativen Ausdrucks- und Arbeitsformen, welche im Anschluss selbst praktiziert werden. Ziel ist die Erlernung komplexer künstlerischer Gestaltungs- und Vermittlungsprozesse. Die Kunst- und Medienkompetenz, Rezeptions- und Wiedergabefähigkeit von Jugendlichen sollen dabei gestärkt werden. Nicht zuletzt soll so hochbegabten Jugendlichen der Erfahrungsraum Kunst und Museum eröffnet werden.
Das Projekt stellt für alle drei Partner Neuland dar: "Ein Museum ist weit mehr, als einfach nur ein Ort, an dem Kunst gezeigt wird. Es ist vor allem ein Ort, an dem man mit unterschiedlichsten Denkweisen und Weltbildern konfrontiert wird und in der Auseinandersetzung damit viel über sich selbst erfahren kann. Es ist aber auch ein Ort, an dem zahlreiche Abteilungen zusammenarbeiten und komplexe Handlungsabläufe stattfinden müssen, um den Besuchern einen einzigartigen Museumsbesuch bieten zu können. Das gilt es authentisch jungen Menschen zu vermitteln, was Jugendliche selbst wohl am besten können" so Max Hollein, Direktor des Städel Museums. Auch für Volker Bernius, Redaktion Bildung bei hr2-kultur und Fachbeirat der Stiftung Zuhören, ist es ein Pilotprojekt: "Vor allem das Wechselverhältnis von Sehen und Hören ist für uns als Stiftung Zuhören des Hessischen Rundfunks außerordentlich spannend. Mit diesem Projekt wollen wir die Jugendlichen dafür in kreativer Weise interessieren." "Hochbegabte und das Museum – das scheint eine wenig aufregende Kombination. Doch Hochbegabte, das sind keine Nerds mit dicken Brillen und schweren Köpfen, sondern hochkreative junge Menschen, die im Städel viel bewegen werden", so Dr. Ingmar Ahl, Karg-Stiftung.
Die Karg-Stiftung engagiert sich für hochbegabte Kinder und Jugendliche im Rahmen von Modellprojekten und Modelleinrichtungen. Ihr Ziel ist die Sensibilisierung und Qualifizierung des Bildungssystems in der Förderung Hochbegabter. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Entwicklung von Förder- und Beratungseinrichtungen und der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Beratern. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung an der Schnittstelle von Begabungsforschung und Begabungsförderung. Die Stiftung wurde im Jahr 1989 von dem Unternehmer Hans-Georg Karg und seiner Frau Adelheid errichtet und ist die bundesweit größte Stiftung im Bereich der Hochbegabtenförderung.
Die Stiftung Zuhören sieht ihre Aufgabe darin "gutes Zuhören" in der Gesellschaft zu fördern. Für Kinder und Jugendliche, aber auch im Bereich der Erwachsenenbildung, entwickelt sie unterschiedliche Konzepte wie genaues Hinhören eingeübt und zum gekonnten Zuhören verholfen werden kann. In bundesweit 2000 "Hörclubs an Schulen und Kindertagesstätten" erweitern Kinder und Jugendliche spielerisch ihre Zuhör-, Lern- und Medienkompetenz. Die Stiftung ist darüber hinaus in der Fort- und Weiterbildung tätig. Die Stiftung Zuhören wurde 2002 von Rundfunkanstalten (hr, BR und mdr) und Landesmedienanstalten (LPR Hessen, BLM Bayern u.a.) gegründet.
Im Jahre 1815 als bürgerliche Stiftung von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel begründet, gilt das Städel Museum als älteste und renommierteste Museumsstiftung in Deutschland. Die derzeit rund 2.800 Gemälde, 600 Skulpturen und über 100.000 Zeichnungen und Druckgraphiken umfassende Sammlung gibt einen Überblick über 700 Jahre europäischer Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die Gegenwart. Um die ständig wachsende Sammlung ihrer Qualität und Quantität entsprechend präsentieren zu können und den Anforderungen eines modernen Museumsbetriebes gerecht zu werden, errichtet das Städel derzeit einen 3.000 qm umfassenden Erweiterungsbau für die Kunst nach 1945.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:
Karg-Stiftung
Sabine Wedemeyer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lyoner Straße 15
60528 Frankfurt
T +49-(0)69-665 62-113
F +49-(0)69-665 62-119
www.karg-stiftung.de
Stiftung Zuhören
c/o Hessischer Rundfunk
Volker Bernius
Bertramstraße 8
60320 Frankfurt
T +49-(0)69-155 2236
F +49-(0)69-155 4640
www.stiftung-zuhoeren.de
Städel Museum
Dorothea Apovnik (Leitung Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit),
Axel Braun (Pressesprecher)
Dürerstraße 2
60596 Frankfurt
T +49(0)69-605098-234
F +49(0)69-605098-188
www.staedelmuseum.de
Pressekontakt zu dieser Meldung
Sabine Wedemeyer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lyoner Straße 15
60528 Frankfurt am Main
T + 49-(0)69-665 62-113
M + 49-(0)160-909 849 16
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