GEW Bremen
"Die Schuldenbremse frisst schon jetzt ihre Kinder!"
GEW warnt vor Kürzungen und Qualitätsabbau im Kita-Bereich
Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungschancen, Bremen, Frühkindliche Bildung, Kinderarmut, Kinderförderungsgesetz, Kinderrechte, Kindergarten / VorschuleDie Ankündigung von Staatsrat Schuster, mehr Kinder in Krabbelgruppen aufzunehmen, keine Ganztagsplätze mehr zu schaffen und Baumaßnahmen zu verzögern stößt auf heftige Kritik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
"Die Schuldenbremse frisst schon jetzt ihre Kinder. Dies kommt einem Qualitätsabbau gleich, der die bisherigen Anstrengungen in diesem Bereich konterkariert.", kommentiert Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen diese weiteren Kürzungsabsichten des Sozialressorts.
Der dringend notwendige Ausbau der unter-3-jährigen-Betreuung ziehe zwingend auch ein Ansteigen der Plätze der 3jährigen nach sich. Dies könne keine Überraschung sein. Bereits jetzt sei die gesetzlich beschlossene 35%-Quote für die Betreuung der Kleinsten in 2013 völlig utopisch (derzeit liegt sie bei knapp 20%), jede weitere Verzögerung nimmt mehr Kindern die Möglichkeit an der Teilhabe früher Bildungsprozesse und verschärft die Lage berufstätiger Eltern, insbesondere von Frauen zusätzlich, so Gloede weiter.
Kinderbetreuung ist nicht nur eine quantitative Frage, gute frühkindliche Bildung und Erziehung sind der Schlüssel für spätere Lernlust, Lernerfolge und entsprechende Abschlüsse. Dazu gehöre auch eine ausreichende Zahl von Ganztagsplätzen. Hier schon wieder den Kürzungshammer auszupacken dokumentiere die mangelnde Ernstnahme des eigenen Koalitionsvertrages des gesamten Senats, sollte er diesen Kürzungsvorschlägen zustimmen.
Zur Situation der Hortplätze erklärt Gloede weiter: "Zahlreiche Hortplätze sind leider nicht nur gedanklich gestrichen worden, sondern sie sind weg." Dabei spiele die Tatsache, dass die Qualität von Ganztagsschulen allein den zeitlichen Umfang betreffend (späterer Nachmittag, Ferienzeiten) mit den Horten selten mithalten könne offenbar keine Rolle. Allein die Debatte um die pädagogischen Mittagstische, die weder mit einer guten Ganztagsschule noch mit der Hortkonzeption qualitativ mithalten können, zeige, dass der Bedarf von Eltern an Schulkinderbetreuung immens sei. "Sozial- und Bildungsbehörde müssen endlich zu einer intensiven Zusammenarbeit verpflichtet werden, solange der Senat sich nicht dazu durchringen kann, diese aus einem Guss zu planen!"
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