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Integrationskurse

In Integrationskursen gibt es nur wenige Verweigerer. Aber: Ganze Regionen können seit Herbst keine Integrationskurse mehr anbieten

Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungschancen, Integration, Migration, Sonderthemen
Bonn, 27.10.2010 -

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Integrations-kursen sind motiviert und integrationswillig. Es gibt so gut wie keine Abbrecher aus mangelndem Integrationsinteresse. Darauf wiesen die Träger der Kurse anlässlich der heutigen Bundeskabinettssitzung hin.

Zwar beendeten nicht sämtliche Kursteilnehmer die jeweiligen Module. Mit Desinteresse an Integration habe dies allerdings ganz selten etwas zu tun. Die Gründe seien meist ganz andere: Kurse werden unterbrochen aufgrund einer Schwangerschaft, Krankheit, Arbeitsaufnahme, manchmal auch wegen eines Umzugs oder schlicht finanzieller Probleme. Dringenden Handlungsbedarf gibt es aber an anderer Stelle: Rund 10.000 Menschen, die hoch motiviert an Integrationskursen teilnehmen möchten, stehen seit dem Herbst auf Wartelisten, weil für ihre Kurse nicht genug Geld zur Verfügung steht. Bis Jahresende kann sich diese Zahl sogar noch auf 20.000 verdoppeln. Als Folge kommen schon jetzt Integrationskurse auch für verpflichtete Migranten erst gar nicht mehr zustande, da die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird.

Ganze Regionen sind davon betroffen. In vielen Landkreisen, Gemeinden und auch in so mancher mittelgroßen Stadt werden die Kurse inzwischen gar nicht mehr angeboten. Integration finde dort faktisch nicht mehr statt und das flächendeckende System der Integrationskurse sei gefährdet, betonen die Integrationskursträger. Sie raten der Bundes-regierung daher dringend, die restriktiven Sperrfristen für integrationswillige Migrantinnen und Migranten aufzuheben.

Ansprechpartner:

Diese Verbände und Träger decken nahezu die komplette Trägerlandschaft der Integrationskurse ab.

Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) e.V. (BBB) Horst Palik, Tel. 030 / 20454849, E-Mail: horst.palik@bildungsverband.info

Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) Andreas Seiverth, Tel. 0177 / 350 22 01, E-Mail: a.seiverth@deae.de

Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. (DVV), Gundula Frieling und Evy Van Brussel, Tel. 0228 / 975 69 - 20, 0171 / 6228248, E-Mail: van.brussel@dvv-vhs.de

Fachverband für Deutsch als Fremdsprache (FaDaF), Dr. Matthias Jung Tel. 0211 / 566220, E-Mail: jung@iik-duesseldorf.de

Internationaler Bund (IB), Barbara Graf, Tel. 069 / 94545185 E-Mail: Barbara.Graf@internationaler-bund.de

Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KBE), Andrea Hoffmeier, Tel. 0228 / 90247-10, 0173 / 8741271, E-Mail: hoffmeier@kbe-bonn.de

Pro Integration, Amadeus Hempel, Tel. 040 / 2196172, E-Mail: Amadeus.Hempel@ibhev.de

Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP), Florian Becker, Tel. 030 / 28445088 0, E-Mail: presse@privatschulen.de

Ansprechpartner

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Aquabox, am 27.10.2010, 19:33

Es wird für mich nicht ganz schlüssig, warum "Als Folge schon jetzt Integrationskurse auch für verpflichtete Migranten erst gar nicht mehr zustande [kommen], da die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird." Wieso wird die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht? Widerspricht sich das nicht mit den 10 000 Wartenden?


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