Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
Starke Oberschule mit Abitur nach 13 Jahren gefordert
Neuer "Oberschule" keine Steine in den Weg legen / Oberschule und Gymnasium ergänzen sich
Mehr zu: G8, Gymnasium, Hauptschule, Heterogenität, Niedersachsen, Oberschule, Schulentwicklung, Schulstruktur, SchuleDer Verband Niedersächsischer Lehrkräfte - VNL/VDR fordert eine starke Oberschule, in der sich die Realschule mit ihren fast 40 % aller Schülerinnen und Schüler wiederfinden kann. "Die neue Oberschule wird primär von den bisherigen Realschülerinnen und -schülern angewählt werden. Der neuen Schulform dürfen keine Steine in den Weg gelegt werden, sie muss eine reale Chance haben", fordert Landesvorsitzender Manfred Busch.
Deshalb muss grundsätzlich auch die Möglichkeit bestehen, einen Gymnasialzweig führen zu können, der nach 13 Jahren zum Abitur führt. Ob dies in einem Beruflichen Gymnasium oder in einer eigenen Oberstufe abgelegt wird, ist dabei zweitrangig. Zur neuen Schulform Oberschule gehören auch die Selbstverständlichkeiten der Gesamtschulen und Gymnasien, nämlich Didaktische Leiter und Koordinatoren sowie die gleiche Unterrichtsverpflichtung für alle Lehrerinnen und Lehrer im Sekundarbereich I. "Mit welcher Berechtigung unterrichten in Niedersachsen Lehrkräfte in der Sekundarstufe I am Gymnasium bzw. an der IGS 23,5 bzw. 24,5 Stunden, während Lehrkräfte an Realschulen und Hauptschulen 26,5 bzw. 27,5 Stunden erteilen müssen? Dass sie dafür deutlich schlechter besoldet werden, sei nur am Rande erwähnt", so. Busch.
Die sehr heterogene Schülerschaft der neuen Schulform verlangt nach sozialpädagogischem Fachpersonal, wie es in Integrierten Gesamtschulen bereits üblich ist. Dazu sind auch kleinere Klassen nötig. In den Integrierten Gesamtschulen lag die Höchstgrenze seit Jahren wohl nicht ohne Grund mit 30 um 2 Schüler niedriger als an Realschulen und Gymnasien. Für potentielle Hauptschüler ist die vorgesehene Klassenfrequenz von 28 sogar ein Rückschritt, liegt doch die Höchstgrenze in der Hauptschule zurzeit bei 26.
Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte erwartet von der Landesregierung nach den teilweise euphorischen Ankündigungen zur neuen Schulform konkrete, zuverlässige Angaben zu ihrer inhaltlichen Ausgestaltung. "Eines ist klar: die erfolgreiche Realschule in Niedersachsen wird abgeschafft und soll in der neuen Oberschule aufgehen. Wie bisher die Realschule werden sich Oberschule und Gymnasium gegenseitig ergänzen, sie müssen nicht im Widerstreit zu einander stehen. Natürlich werden beide Schulformen bei sinkenden Schülerzahlen an einigen Orten in Niedersachsen in Konkurrenz zueinander stehen. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft", so Busch.
Manfred Busch, Landesvorsitzender
VNL/VDR - Verband Niedersächsischer Lehrkräfte
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