Stiftung Lesen
Deutschlands Medienpreis zum Thema "Lesekultur" steht 2010 im Zeichen des Fußballs
Dr. Marcel Huber, Bayerischer Staatssekretär, für Unterricht und Kultus, ehrte als Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK) Journalisten mit dem "Dietrich Oppenberg Preis 2010" / Sonderpreis als "Botschafter des Lesens" für Thomas Hitzlsperger
Mehr zu: Auszeichnungen, Deutsch, E-Book, Kulturelle Bildung, Leseförderung, Sport, Stiftungen, Sonderthemen"Ein authentisches Porträt eines leidenschaftlichen Lesers, der seine Leidenschaft nicht zur Schau stellt – sich aber zu ihr bekennt". So urteilte die Preisjury über eine Reportage des Sportjournalisten Ronald Reng (40) über den international renommierten Fußballspieler Thomas Hitzlsperger (28), Vize-Europameister von 2008 und derzeit im Team des britischen Premier-League-Clubs West Ham United.
Für den in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Text "In der Tiefe des Bücherraums. Wie der Profi-Fußballer Thomas Hitzlsperger mit Anfang 20 die Welt auf Papier entdeckte" wurden jetzt in München beide Mitwirkende mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis der Stiftung Lesen und der Stiftung Presse-Haus NRZ geehrt. Der Preis würdigt herausragende journalistische Beiträge zum Thema Lesekultur. Der in Barcelona lebende Autor Reng, durch seine aktuelle Torwart-Biografie "Robert Enke. Ein allzu kurzes Leben" einem breiten Publikum bekannt, nahm den mit 2.500 Euro dotierten Ersten Preis der Auszeichnung entgegen. Der im Text porträtierte Hitzlsperger, derzeit verletzungsbedingt in einer Reha-Klinik und daher bei der Preisverleihung nicht anwesend, wurde für seine "herausragende Leistung als ,Botschafter des Lesens" mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Dieser ist mit 1.000 Euro dotiert.
Für seinen Beitrag "Ein Monat mit dem Buchdings" erhielt der bei Mainz lebende Journalist und Autor Alexander Wasner (45) den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis des Dietrich Oppenberg-Medienpreises 2010. Als Literatur-Redakteur des SWR protokollierte er seine Leseerfahrungen mit einem E-Book von Sony, sein laut Jury "herausragender Beitrag zur gegenwärtigen Lesekultur" erschien in "Die Unverschämte Gegenwart", Jahrbuch für Literatur 15 (Brandes und Apsel). Der mit 1000,- Euro dotierte dritte Preis ging an Roman Pletter (30) für seinen in der Wochenzeitung DIE ZEIT erschienenen Beitrag "Ein Land verlernt das Lesen". Der jetzt als leitender Redakteur des Handelsblatt in Düsseldorf lebende Autor hat nach Auskunft der Jury in seiner Reportage, die Besucher von Alphabetisierungskursen für Erwachsene ebenso zu Wort kommen lässt wie Schnelllese-Trainer für Manager, ein "außergewöhnlich facettenreiches Bild der Lesekultur in Deutschland" entworfen.
"Die Medien können der Lesekultur wichtige Impulse vermitteln und damit die klassische Bildungsarbeit, etwa in der Schule, maßgeblich unterstützen," betonte Dr. Marcel Huber, Bayerischer Staatssekretär für Unterricht und Kultus, als diesjähriger Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK) die bildungspolitische Bedeutung journalistischen Engagements für das Thema "Lesen". Der Staatsekretär: "Wir brauchen kompetente Journalisten, die Faszination für dieses Thema wecken können – und ebenso verständlich wie differenziert die Folgen der digitalen Medienrevolution für uns alle aufzeigen." Von Seiten der Initiatoren würdigten Heinrich Meyer, Geschäftsführer der Stiftung Presse-Haus NRZ und Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung, und Rolf Pitsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen und Geschäftsführender Direktor des Borromäusvereins e.V., die Leistung der Preisträger.
Der im Jahr 2000 verstorbene Namensgeber des Preises, Dietrich Oppenberg, war Gründer und langjähriger Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen und ein Förderer der publizistischen Kultur in Deutschland. Die Mitglieder der Jury 2010 waren neben Heinrich Meyer und Rolf Pitsch: Gabriele Bartelt-Kircher, ehemalige Leiterin der Journalistenschule Ruhr, Karin Großmann, Chefreporterin Sächsische Zeitung, Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Herausgeber der Kölnischen Rundschau, Manfred Lachniet, Stellvertretender Chefredakteur der NRZ Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung, sowie Hans Riebsamen, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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