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Pressemeldung
Stiftung Lesen
Leseförderung

"Wir wissen immer genauer, was beim Lesen im Hirn geschieht. Jetzt geht es darum, dieses Wissen umzusetzen."

Mehr zu: Forschung, Hirnforschung, Kulturelle Bildung, Leseförderung, Stiftungen, Sonderthemen
Ulm / Mainz, 19.11.2010 -

Zum 6. Mal veranstaltete die Stiftung Lesen ihren Nationalen Round Table Leseförderung – diesmal in Ulm und zu einem sehr grundlegenden Thema: der Relevanz von Erkenntnissen der Hirnforschung für die Leseförderung.

"Wir wissen immer genauer, was beim Lesen im Hirn geschieht. Jetzt geht es darum, dieses Wissen umzusetzen. Erkenntnisse der Hirnforschung werden in der Leseförderung eine immer größere Rolle spielen - und das bei Akteuren, die ganz unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema haben: bei Grundschullehrkräften ebenso wie bei Bibliothekaren, bei den Entwicklern von multimedialen Leselern-Programmen wie auch in den Fachreferaten der Bildungsministerien." Dieses Fazit zog Dr. Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der in Mainz ansässigen Stiftung Lesen, zum Abschluss des von ihr moderierten sechsten Round Table-Gesprächs zum Thema Leseförderung der Stiftung Lesen am 19. November 2010. Die jährliche, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Veranstaltung mit rund 30 Teilnehmern aus dem Bereich Leseförderung fand diesmal in Ulm statt

Ziel der Veranstaltung ist sowohl der Transfer von Informationen als auch die stärkere Vernetzung von Leseförderungs-Multiplikatoren. Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme und Projekte der Stiftung Lesen, betonte, dass die Erkenntnisse der Hirnforschung seit rund einem Jahrzehnt die Konzeption von Leseförderung prägten: "Dieses Wissen hat es uns etwa ermöglicht, in der frühkindlichen Vorlese- und Spracherziehung erfolgreiche Akzente zu setzen." Dennoch sei dies, perspektivisch gesehen, noch im Anfangsstadium. "Welche Prozesse laufen beim Lesen im Gehirn ab? Und wie unterscheiden sich diese Vorgänge von denen, die sich bei der Nutzung anderer Medien vollziehen?" So lauten nach Auskunft von Priv.-Doz. Dr. Markus Kiefer, Leiter der Sektion für Kognitive Elektrophysiologie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III der Universität Ulm, zwei der zentralen Fragen, über die seitens der Hirn- und Kognitionsforschung konkrete Informationen vermittelt werden können. Umgekehrt seien die Anregungen der Leseförderungs-Experten wichtige Impulse für die Konzeption weiterer Vorhaben in der Forschung. Kiefer: "Grundlagenforschung und Praxis geben sich idealerweise wechselseitig immer wieder Orientierungshilfe – und dafür war die Round-Table-Veranstaltung ein gelungenes Beispiel."

Eine Dokumentation der Tagung wird im Frühjahr 2011erscheinen.

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