Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 26.05.2012, 10:55
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken-grau
  • Versenden-grau
Pressemeldung
Deutscher Bundestag (BT)
Medienkompetenz

Experten betonen große Bedeutung der Medienkompetenz

Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft (Anhörung)

Mehr zu: E-Learning, Informatik, Jugendschutz, Social Media, Sonderthemen
Berlin, 13.12.2010 -

(hib/HAU/AW) Medienkompetenz wird immer wichtiger, um am politischen und sozialen Leben teilnehmen zu können. In dieser Einschätzung waren sich die zu einer öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" am Montagnachmittag geladenen Experten einig. Um zu einem selbstbestimmten Umgang mit den neuen Medien befähigt zu werden müssten daher Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern und Lehrer intensiv und frühzeitig geschult werden.

In den Familien würden die zentralen ersten Erfahrungen mit Medien gemacht und die Grundlagen für die künftige Mediennutzung geschaffen, sagte Mechthild Appelhoff, von der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen. Neben den Eltern müssten aber auch Pädagogen in der Schule und der Vorschule geschult werden. "Hier gibt es zentrale Defizite", sagte Appelhoff. Die Herausforderung der nächsten Jahre bestehe darin, die große Zahl der Multiplikatoren, "die selber nicht in der digitalen Welt groß geworden sind und sich vielfach selbst nicht kompetent fühlen zu qualifizieren". Es gebe dabei "größere Leerstellen zu füllen" sagte auch Kathrin Demmler, Direktorin beim Institut für Medienpädagogik München. "Diskussion und Reflexion" müsse ein Leitbild der pädagogischen Maßnahmen seien, sagte sie und verwies darauf, dass gerade bei den neueren Medien die Jugendlichen den Pädagogen oft "einen Schritt voraus sind". Sinnvoll seien etwa "Werkstattformen" in denen beide Seiten ihr Wissen einbringen könnten.

Lehrer müssten als "Navigator und Katalysator" wirken und dürften nicht belehrend wirken, forderte Jürgen Ertelt, Projektkoordinator bei Jugend online, der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit. Seiner Ansicht nach dürfe das Internet nicht mehr als "virtuelle Welt im Vergleich zur realen Welt" gesehen werden. Vielmehr müsse es als erweiterter Lebensraum verstanden werden, in dem Bildung stattfinden könne. Dazu sollten Online-Treffpunkte der Jugendlichen als Ort von Beratung und Jugendarbeit verstanden werden. Nur so könne ein "Streetwork in Digitalien" angegangen werden. Harald Gapski vom Grimme-Institut Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur warnte davor, Medienkompetenz mit Medienqualifikation gleichzusetzen. Medienkompetenz bedeute, kreative Problemlösungen bei offenen Handlungssituationen zu finden und gehe über "abfragbares Bedienungs- und Handhabungswissen" hinaus. Auch Gapski befürwortete die Schaffung "zielgruppenorientierter Reflexionsanreize", so dass die Jugendlichen aus sich selbst eine Medienkompetenz aufbauen könnten.

Die Kompetenz der Jugendlichen und Erwachsenen zu stärken müsse dem Weg der Regulierungen und Verbote vorgezogen werden, forderte Professor Gerd Gigerenzer, Direktor beim Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Eine neue Generation, die wisse wie es zur Sucht nach neuen Technologien komme und eine kritische Beurteilung von Informationsquellen gelernt habe, biete eine bessere Chance für den Umgang mit neuen, heute noch unbekannten Technologien, sagte er. Digitale Medien würden in Deutschland im Bildungswesen noch eine zu geringe Rolle spielen, bemängelte Hannes Schwaderer von der Initiative D21, die sich für eine Partnerschaft von Politik und Wirtschaft in der Informationsgesellschaft engagiert. So müsste längst der PC als gewöhnliches Arbeitsmittel für das Lernen im 21. Jahrhundert anerkannt werden, sagte er. Viele andere "ressourcenarme" Länder hätten flächendeckende Programme begonnen, die jedem Schüler einen eigenen PC als "Lernwerkzeug in geschützten Räumen" an die Hand geben würden. In Deutschland seien hingegen weniger als ein Prozent der Schüler in einer "Notebook-Klasse". 17 Prozent der deutschen Schüler hätten noch nie einen PC im Unterricht genutzt. "Dieser Missstand muss beseitigt werden", forderte Schwaderer.

Auch Philippe Gröschel, Mitbegründer des sozialen Netzwerkes "Schüler VZ" verwies auf die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung des richtigen Umgangs mit Medien. Deutschland als "Forschungs- und Innovationsland" müsse gewährleisten, dass alle Bürger mit den neuen Medien umgehen könnten, da diese in nahezu jedem Berufsfeld wichtig seien.

Ansprechpartner

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

8aa0921b372745cf2368e82cfd745bc43cdacd43
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Hochschule

Elixiere der Exzellenz

25.05.2012. (Deutsche Universitätszeitung) Sie sind die Zukunftshoffnung mancher Universitäten: die Institutes for Advanced Studies. Konzipiert als Kreativlabore der Spitzenforschung, leben einige von ihnen vom Geld der Exzellenzinitiative. Doch was wird, wenn diese Quelle im Jahr 2017 versiegt und der Bund ...

Schule

Sitzen bleiben bringt nichts

25.05.2012. (red/ots) - In vielen Familien leuchtet in diesen Wochen die Alarmstufe Rot. Der Grund: Bald gibt es Zeugnisse - und bei manchen droht die "Ehrenrunde". Genau diese würde Klaus Wenzel gern abschaffen. Warum erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes im Interview mit ...

Sonderthemen

Inklusionsfilm heute im Ersten

23.05.2012. (red/pm) Nach seiner erfolgreichen Ausstrahlung im vergangenen Dezember auf BR-alpha wird der Film INKLUSION – GEMEINSAM ANDERS nun auch im Ersten gezeigt, und zwar heute um 20:15 Uhr. Paul (Max von der Groeben) ist ein sportlicher, aber geistig leicht zurückgebliebener Junge. Steffi (Paula ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

Meine Schulzeit auf didacta-bildungsklick.tv


Links zur Meldung
Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung