Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
GEW will Deutsche Auslandsschulen schützen
Bildungsgewerkschaft zum Privatisierungs-Vorstoß des Auswärtigen Amtes und von Staatsministerin Pieper / Heute Unterausschuss-Sitzung
Mehr zu: Auslandsschulen, Privatschulen, SchuleDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will die Deutschen Auslandsschulen schützen und lehnt eine Vollprivatisierung strikt ab. "Der Vorstoß des Auswärtigen Amtes und von Staatsministerin Cornelia Pieper (FDP) öffnet gewinnorientierten Privatschulträgern Tür und Tor. Die Privaten werden die Schulgebühren drastisch anheben", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Mittwoch mit Blick auf die heutige Sitzung des Unterausschusses für auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. "Die Folge: Nur noch Kinder wohlhabender Eltern haben die Möglichkeit, eine Deutsche Auslandsschule zu besuchen. Der Charakter als Begegnungsschulen geht verloren."
Zudem drohe den deutschen Auslandsschulen ein Qualitätsverlust. Bisher ermöglichten die Schulen den Abschluss von Abitur und deutschem Sprachdiplom, weil sie den Standards der Kultusministerkonferenz und einem Qualitätssicherungssystem der Bundesländer unterliegen. "Das wird sich mit der geplanten Vollprivatisierung schnell ändern. Zudem werden die Bundesländer kaum bereit sein, ihre Lehrkräfte für Schulen im Ausland freizustellen, damit private Träger dort Gewinne erwirtschaften können", unterstrich Thöne. "Die Auslandsschulen leisten einen wichtigen Beitrag zu dem hohen Ansehen, das Deutschland auf internationalem Parkett genießt. Sie zu stärken und zu fördern, ist eine gesamtstaatliche Aufgabe von Bund und Ländern. Die von Staatsministerin Pieper geplante Privatisierung ist ein Paradigmenwechsel, der den deutschen Auslandsschulen nachhaltigen Schaden zufügen wird."
Info: Die etwa 140 Deutschen Schulen im Ausland werden bisher von gemeinnützigen Schulvereinen betrieben, die durch beurlaubte Lehrkräfte aus den Bundesländern und Zuschüsse des Auswärtigen Amts unterstützt werden. Das Auswärtige Amt will diese Mittel jetzt einsparen. Nach den Plänen von Staatsministerin Pieper sollen in Zukunft private Anbieter die Arbeit der Schulvereine ersetzen.
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