Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Durch Radio bessere Berufschancen: Hauptschüler als Umweltreporter
Interessenten können sich ab sofort für Pilotprojekt "RAUM OS" bewerben - DBU stiftet rund 123.000 Euro
Mehr zu: Ausbildungsreife, Berufsorientierung, Hauptschule, Kulturelle Bildung, Medienkompetenz, Nachhaltigkeit, Stiftungen, SchuleJugendliche für das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit zu interessieren, ist nicht immer einfach. Jetzt geht das Osnabrücker Lokalradio "osradio 104,8" mit dem Medienprojekt "RAUM OS – Radio- und Umweltreporter Osnabrück" neue Wege in der Umweltbildung: Anhand von konkreten Beispielen aus ihrem Lebensalltag sollen Hauptschüler zwischen 13 und 16 Jahren aus Stadt und Landkreis Osnabrück so Nachhaltigkeitsthemen hautnah kennen lernen.
Das Besondere daran: Statt passiv berieselt zu werden, gestalten die Jugendlichen ihr Programm selbst. Die Schüler recherchieren Themen, besuchen mittelständische Firmen und führen dort Interviews. So spüren sie umweltrelevante Problemfelder und Lösungsansätze auf und lernen Nachhaltigkeitsstrategien regionaler Unternehmen kennen. Nach Projektesabschluss erhalten die Schüler zur beruflichen Chancenverbesserung ein Medienzertifikat. Auch die Lehrer werden begleitend in der Medienproduktion geschult.
"Dieses besondere Gemeinschaftsprojekt von Schulen, Unternehmen und einem Bürgerradiosender kann das Selbstwertgefühl der Jugendlichen beim Gestalten eigener Lebenskonzepte fördern und gleichzeitig die Ausbildungs- und Qualifikationschancen deutlich erhöhen", erklärte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), heute bei der Übergabe des Förderbescheides über rund 123.000 Euro an Burkhard Holst, Vorsitzender von osradio 104,8. Besonders erfreulich sei, dass bereits sieben Unternehmen ihre Bereitschaft zum Mitwirken am Projekt zugesichert hätten.
Die Firmen stehen als Projektpartner zur Verfügung und bilden damit den Grundstein für das "RAUM OS"-Netzwerk, das ergänzend in den kommenden zwei Jahren entstehen soll. Darüber sollen Jugendliche einen "Fuß in die Tür" der Unternehmen bekommen, die Unternehmen selbst passende Kandidaten für Ausbildungsplätze finden. "Das Projekt findet im Rahmen des Wahlpflichtfaches ´RAUM OS´ an Hauptschulen statt. Pro Schulhalbjahr sollen vier Jugendgruppen von 15 bis 20 Schülern teilnehmen, insgesamt werden wir circa 200 Schülerinnen und Schüler aus der Region erreichen", erklärte Holst. Massenmedien wie das Radio gehören heute für Kinder und Jugendliche zum festen Bestandteil ihres Alltags. Sie bestimmten einen großen Teil ihrer Denkweise und ihres Verhaltens. Das selbstständige Gestalten medialer Inhalte biete die Chance, die Schüler zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Umweltthemen zu motivieren: "Durch das Nachdenken über ihr persönliches Verhalten sollen die Jugendlichen erkennen, wie sie durch eigenes Zutun die persönliche und globale Zukunft verändern können", erläuterte Holst die Projektziele.
"Die Schüler sollen sich für ihre Radiobeiträge mit Themen wie Energie, Transport, Entsorgung und Umweltschutz sowie kritisch mit dem heutigem Konsumverhalten und den modernen Lebensstilen befassen", zeigte Brickwedde die Bandbreite des Projektes auf. Zusätzlich werden die für die Zielgruppe wichtigen Themen Gewalt- und Kriminalitätsvorbeugung sowie kulturelle Vielfalt bearbeitet.
Zum Projektstart im Februar 2011 nehmen die Jugendlichen an vier vorbereitenden Arbeitsgruppentreffen teil, in denen die fachlichen und organisatorischen Grundlagen für Umwelt- und Radiojournalismus vermittelt werden. "Ergänzend zum Jugendprogramm sind natürlich auch die Lehrer mit in das Projekt eingebunden", erläuterte Simone Wölfel, Projektleiterin von "RAUM OS". Geplant seien zwei dreistündige Multiplikatorenschulungen zur Vermittlung journalistischer Darstellungsformen, zur Einführung in die Radiotechnik, zum Interviewtraining sowie zum digitalen Schnitt. Nach Abschluss des Projektes werde zudem ein Handlungsleitfaden für Pädagogen erstellt, um ähnliche Projekte durchführen zu können.
Es können sich ab sofort Hauptschulen aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück für die Teilnahme bewerben. Ansprechpartnerin ist Simone Wölfel, Tel. 0541/7504062 oder per E-Mail an .
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