Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Kultur und Bildung: Schwerpunkte deutscher Außenpolitik
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik
Mehr zu: Auslandsschulen, Deutsch, Internationaler Austausch, Kulturelle Bildung, Politische Bildung, SonderthemenNeben den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen ist die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik eine Säule deutscher Außenpolitik. Mit ihr werden Menschen in anderen Ländern erreicht. Sie stellt unser Land auf vielfältige Weise dar. Kultur und Bildung sind Instrumente, die weltweit Vertrauen in Deutschland schaffen - damit legen sie ein breites Fundament für stabile internationale Beziehungen.
In Zeiten der Globalisierung wächst auch die Bedeutung einer gezielten Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Der Bundestag stellt dafür annähernd 0,5 Prozent des Bundeshaushalts zur Verfügung. Die Bundesregierung erstattet regelmäßig Bericht über die Leitlinien, die konzeptionellen Ansätze und die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Politik. Den Bericht über den Zeitraum von Juli 2009 bis November 2010 hat das Bundeskabinett beschlossen.
Die Mittel für Maßnahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik beliefen sich 2009 auf insgesamt 1.436 Mio. Euro oder 0,47 Prozent des Bundeshaushalts. Für das Jahr 2010 weist der Bundeshaushalt eine Steigerung auf 1.513 Mio. Euro für die AKBP aus.
Deutsche Sprache als Zugang zu Land und Kultur
Wichtiges Ziel der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik ist die weltweite Förderung der deutschen Sprache. Sie dient dazu, Deutschland als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Studienstandort zu stärken. Außerhalb des deutschen Sprachraums lernen gegenwärtig bis zu 15 Millionen Menschen Deutsch. Um dies noch zu verstärken, wurde 2010 die Kampagne "Deutsch - Sprache der Ideen" ins Leben gerufen. Neben dem Goethe-Institut beteiligen sich an der Kampagne vor allem die deutschen Auslandsschulen.
Größter Kulturmittler im Ausland ist das Goethe-Institut. Es ist an mehr als 140 Standorten in 92 Ländern präsent. Dort vermittelt es ein modernes Deutschlandbild. Außer durch Sprachkurse geschieht dies durch vielfältige Kulturveranstaltungen - so im Jahr 2009 auch mit Beiträgen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls und zum friedlichen Epochenwechsel in Europa.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst - DAAD - vernetzt deutsche Wissenschaftsinstitutionen mit ausländischen Universitäten. Forschung ist heute ohne grenzüberschreitenden Austausch nicht mehr denkbar. Die Förderung der globalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung bildet eine Grundlage, um Deutschlands Position als Wirtschafts- und Wissens-Standort zu festigen.
Intensive Begegnung mit Land und Sprache: Deutsche Schulen im Ausland
Von zentraler Bedeutung für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik sind die deutschen Auslandsschulen. Sie sichern die Schulversorgung deutscher Kinder im Ausland sowie die Förderung des Deutschunterrichts im ausländischen Schulwesen, sind aber auch Stätten der Begegnung mit Gesellschaft und Kultur des Gastlandes.
An 140 deutschen Auslandsschulen lernen knapp 80.000 Schüler, in vielen Fällen bis zum Abitur. Weitere etwa 275.000 Schüler kommen an 870 Sprachdiplomschulen in einen intensiven Kontakt mit der deutschen Sprache. Mit weiteren Schulen, an denen der Deutschunterricht verstärkt wurde, bilden sie das Partnerschulnetzwerk der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH), in das bis 2010 insgesamt 1.500 Schulen aufgenommen wurden.
Freiwillige, Sport, Wissenschaft: Neue Initiativen in der Auswärtigen Kulturpolitik
Unterstützt werden deutsche Kulturmittlerorganisationen und weitere Partner im Ausland seit 2009 auch durch junge Freiwillige. In Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission ermöglicht das Auswärtige Amt mit seinem Freiwilligendienst "kulturweit" grenzüberschreitendes Engagement und kulturelle Begegnung, die den jungen Deutschen ebenso wie den Initiativen im Gastland zugutekommt.
Sport verbindet: Daher setzt das Auswärtige Amt mit seiner Initiative "Sport und Außenpolitik" auf den Auf- und Ausbau des Breitensports. Die als "Hilfe zur Selbsthilfe" verstandene Förderung stellt einen Beitrag zum Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen in den betreffenden Ländern dar.
Die Zivilgesellschaft stärken auch die Stipendienprogramme, die im Rahmen der Initiative Außenwissenschaftspolitik jungen Begabten aus dem Ausland zur Verfügung stehen. Insbesondere Stipendiaten aus Konfliktländern wie Irak oder Afghanistan erhalten Zugang zu einer Ausbildung und Kenntnissen, die in ihrer Heimat dringend benötigt werden.
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