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Letzte Änderung: 26.05.2012, 10:55
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Baden-Württemberg

Alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen

Höhepunkte in der Faschingszeit und vor den Schulferien / Krankenhausaufenthalte vor allem in den Monaten Januar, Februar und Juli sowie im Herbst

Mehr zu: Baden-Württemberg, Ferien, Gesundheit, Statistik, Sucht, Sonderthemen
Stuttgart, 27.01.2011 -

Über das Jahr verteilt treten bei Kindern- und Jugendlichen mit Wohnsitz in Baden-Württemberg, die in den Krankenhäusern des Landes als Folge ihres übermäßigen Alkoholkonsums vollstationär behandelt werden mussten, Fallzahlen in unterschiedlicher Höhe auf. Im Jahr 2009 lag die Zahl der Fälle mit 4 077 und 61 (1,5 Prozent) höher als im Jahr 2008 mit 4 016 Fällen. 2007 betrug die Zahl 3 676 Fälle.

Wie das Statistische Landesamt dazu in einer Auswertung der einzelnen Monate feststellt, wurden von den insgesamt 3 676 Fällen des Jahres 2007 allein 382 im Februar registriert. Bezogen auf einen einzelnen Monat wurde diese Zahl nur noch von den 407 Krankenhausbehandlungen im Juli des gleichen Jahres übertroffen. In 2008 (insgesamt 4 016 Fälle) standen bereits im Januar die meisten Behandlungsfälle (418) an. Der Juli wartete mit 393 Krankenhausaufenthalten auf, der zweithöchsten Fallzahl. An diesem Jahr fällt auch der Februar mit der insgesamt dritthöchsten Behandlungszahl auf. Im Jahr 2009 (4 077 Fälle) wiederum rangiert der Februar mit 413 Fällen an zweiter Stelle nach dem Juli mit 430 Fällen und auch der Oktober weist mit 395 Krankenhausbehandlungen noch eine überdurchschnittlich hohe Zahl auf. In beiden Vorjahren lagen hier zwar auch höhere Ergebnisse vor als in den Monaten unmittelbar davor bzw. danach, ohne jedoch an das Resultat des aktuellen Berichtsjahr heranzureichen.

Ein Blick in den Kalender zeigt, dass die Behandlungsspitzen der einzelnen Jahre durchaus bestimmten Anlässen zugeordnet werden können. So fiel im Jahre 2008 der Aschermittwoch auf den 6. Februar. Dies bedeutete für diesen Wintermonat ein vergleichsweise frühes Ende der Faschingszeit. Dafür dürfte ihr Auftakt bereits zeitig im Januar gelegen haben, worauf dessen hohe Fallzahl schließen läßt. Dagegen fiel 2007 der Aschermittwoch auf den 21. Februar und 2009 sogar erst auf den 25. Februar. Die "fünfte" Jahreszeit konzentrierte sich in beiden Jahren vor allem auf den jeweils zweiten Monat. Der Folgemonat März zeigt in allen untersuchten Jahren einen deutlichen Rückgang, der 2007 und 2009 stärker ausfiel als 2008.

Im weiteren Jahresverlauf sind bis einschließlich April deutlich niedrigere Fallzahlen zu beobachten. Ab Mai steigen die Ergebnisse jedoch bis Juli wieder an, um danach regelrecht einzubrechen. Im Juli 2007 fielen 11 Prozent aller alkoholbedingten Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen an. Danach sank der monatliche Anteil auf knapp 7 Prozent. Im darauf folgenden Jahr 2008 betrug der Anteil des Juli fast 10 Prozent, im anschließenden August sank der aufs Jahr gerechnete Anteil der Behandlungsfälle auf knappe 7 Prozent. Und schließlich erreichte er im Juli 2009 einen Anteil von sehr knappen 11 Prozent, bevor er im August auf etwa die Größenordnung der Vorjahre zurückgingt.

Auch hier wird ein kalendarischer Zusammenhang der Fallzahlentwicklung augenfällig: So begannen die Sommerferien am 26.07., am 24.07. und am 20.07. und dauerten bis 08.09., 06.09.und 12.09. Ab September sind denn auch wieder ansteigende Fallzahlen zu verzeichnen, die vor allem in den Jahren 2008 und 2009 zu einem dritten Jahresgipfel kulminieren. In diese Zeitspanne fallen neben den Herbsferien allerdings auch Veranstaltungen traditionellen Brauchtums wie Kirben und Volksfeste.

Die vorliegenden Jahresergebnisse weisen bereits eine bemerkenswerte Regelmäßigkeit in der saisonalen Verteilung der alkoholbedingten Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen auf. So rücken die närrische Jahreszeit sowie die Monate, auf deren Ende der Beginn der Sommer- und Herbstferien fallen in den Blickpunkt. Singuläre und untergeordnete regionale Ereignisse wirken sich bei dieser Betrachtungsweise dagegen eher zufällig auf die monatlichen Fallzahlen aus. Auch wenn nach den beiden Jahresspitzen und den unmittelbar darauffolgenden Rückgängen zunächst "Erholungsphasen" zu beobachten sind, die schließlich in das nächsten Jahreshoch münden, sind diesen Schwankungen auf Landesebene keine bestimmten Anlässe zuzuordnen.

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