Auftaktveranstaltung für die ersten 25 Schulen nach dem Präventionskonzept nach Dan Olweus
Kultusministerin Marion Schick: Ziel ist sukzessiver, flächendeckender Ausbau dieser nachhaltigen Präventionsarbeit an Schulen / Schülerwettbewerb zur Namensfindung des Konzepts geplant / Bereits jetzt Vielzahl von erfolgreichen Programmen im Bereich Gewaltprävention an baden-württembergischen Schulen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Gewalt in der Schule, Prävention, Sucht, Schule"Heute beginnen die ersten 25 Schulen mit der Einführung des umfassenden Präventionskonzepts nach Dan Olweus. Ziel ist, dass am Ende des sukzessiven Ausbaus alle Schulen in Baden-Württemberg nach diesem nachhaltigen Konzept arbeiten", sagte Kultusministerin Marion Schick zur Auftaktveranstaltung am Donnerstag (24. Februar) in Stuttgart. Da es noch keinen konkreten Name für das Präventionskonzept gibt, kündigte Schick einen Schülerwettbewerb zur Namensfindung noch für das laufende Schuljahr an.
Das Präventionskonzept nach Olweus gehört zu den vom Expertenkreis Amok und Sonderausschuss des Landtages empfohlenen Maßnahmen nach dem Amoklauf in Winnenden vor zwei Jahren. Das Besondere an dem Konzept ist, dass dieses Schulentwicklungsprogramm Maßnahmen auf Schulebene, Klassenebene sowie persönlicher Ebene umfasst. Alle am Schulleben Beteiligten werden eingebunden. "Präventionsarbeit an Schulen soll nicht punktuell, sondern nachhaltig, zielgerichtet und systematisch erfolgen. Wir wollen damit an den Schulen ein Klima schaffen, das Gewalt nicht entstehen lässt", so Schick. Die Bereiche Gewaltprävention, Suchtprävention und Gesundheitsförderung würden angesprochen. "Dabei integrieren die Schulen ihre bewährten Präventionselemente wie etwa die Streitschlichtung in das umfassende Präventionskonzept und bauen auf die langjährige Erfahrung in den Bereichen der Gewalt- und Suchtprävention auf", so die Kultusministerin. Bereits jetzt wäre eine Vielzahl von hochwertigen und erfolgreichen Programmen im Bereich Gewaltprävention an baden-württembergischen Schulen weit verbreitet, deren Durchführung unter anderem vom Kontaktbüro Prävention des Kultusministeriums unterstützt wird.
Nach den ersten 25 Schulen in diesem Schuljahr sollen im Laufe des ersten Schulhalbjahres 2011/12 weitere ca. 20 Schulen im Präventionskonzept hinzukommen. Im September 2012 und Februar 2013 sollen je 500 Schulen folgen. Ab September 2013 ist dann eine jährliche Ausweitung um je 500 Schulen geplant. "Durch eine gestaffelte Einführung kann eine optimale Etablierung der Präventionsmaßnahmen erfolgen", erklärte Schick. Für die Einführung sei es wesentlich, dass ein System von Unterstützung und Beratung aufgebaut wird. Dazu würden bis zum nächsten Jahr landesweit 150 Präventionsbeauftragte ausgebildet.
Infos an die Redaktionen:
Nach dem Amoklauf in Winnenden vom 11. März 2009 beschloss die Landesregierung Baden-Württemberg bereits am 31. März 2009 die Einrichtung des Expertenkreises Amok mit Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis unter Vorsitz von Dr. Udo Andriof. Dieser hat dem Ministerrat am 29. September 2009 die Ergebnisse der Beratungen des Expertenkreises vorgelegt.
Der Landtag hatte am 22. April 2009 den Sonderausschuss "Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen: Jugendgefährdung und Jugendgewalt" unter Vorsitz von Christoph Palm (CDU) eingesetzt. Der Sonderausschuss legte im März 2010 seine Empfehlungen vor.
Anhang: Startschulen für das Präventionskonzept nach Olweus (PDF)
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