Bayerischer Elternverband
Bayerischer Elternverband steht Unterricht durch Bundeswehrvertreter kritisch gegenüber
Mehr zu: Bayern, Bundeswehr, Elternarbeit, Hilfslehrer, Kulturelle Bildung, Politische Bildung, Werteerziehung, SchuleNachdem auch das Bayerische Kultusministerium im Juni 2010 einen Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr abgeschlossen hat, sind deren Einflussmöglichkeiten sowohl bei der Lehrerbildung als auch an den Schulen nach Ansicht des BEV zu groß geworden.
"Eltern, die ihr Kind zum friedlichen Umgang mit Konflikten erziehen, müssen selbst entscheiden können, ob ihr Kind am Unterricht durch eine Organisation teilnimmt, deren Auftrag es ist, bewaffnete Interventionen vorzunehmen", sagt die BEV-Vorsitzende Maria Lampl. Andernfalls bedeute dies einen bedenklichen Eingriff in die Erziehungshoheit der Eltern und in die Gewissensfreiheit. Nach dem Wandel der Bundeswehr von einer reinen Verteidigungstruppe in eine Interventionsarmee wiege eine ablehnende Haltung ihr gegenüber nun noch schwerer als zuvor. Schüler und Eltern müssten als Betroffene umso mehr selbst nach ihrem Gewissen über eine Einladung an ihre Schule entscheiden können.
Der BEV hat sich daher mit einer Petition an den Bayerischen Landtag gewandt. Er fordert, dass künftig nicht mehr die Schulleitung alleine, sondern das Schulforum über die Einladung eines Bundeswehrvertreters entscheidet. Ferner müsse jeder Schüler, der die Teilnahme mit seinem Gewissen nicht vereinbaren könne, einer derartigen Veranstaltung fern bleiben können.
Eltern und Schülern empfiehlt der BEV, bei der Schulleitung einen vorsorglichen Befreiungsantrag für Bundeswehrveranstaltungen im Rahmen des Schulunterrichts zu stellen.
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