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Berlin

Eltern zeigen der Politik für den Umgang mit unseren Schulen die ROTE KARTE

(Tischvorlage zur Pressekonferenz am 04.03.2011)

Mehr zu: Abwanderung, Ausstattung, Berlin, Bildungsausgaben, Bildungswesen, Elternarbeit, Unterrichtsversorgung, Schule
Berlin, 09.03.2011 -

Der Berliner Landeselternausschuss organisiert einen landesweiten Elternprotest, der sich gegen die eklatante Unterfinanzierung unserer Schulen richtet. Hierbei soll der Politik für den Umgang mit unseren Schulen rote Karten gezeigt werden. Dabei handelt es sich um Aufkleber mit unterschiedlichen Motiven zur Aktion. In der ersten Phase bis Anfang April sollen auf unten benannte Weise Spenden für die Drucklegung gesammelt werden. Ab ca. Mitte April gehen diese Karten dann in die Verteilung. Dieser Protest wird bis in den Herbst von unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen begleitet werden. Die Motive, Berichte und sonstigen Infos zum Protest kann man unter www.LEA-Berlin.de (auf der offiziellen Homepage des Landeselternausschusses) erreichen.

Bild: Landeselternausschuss Berlin

Diese Roten Karten deuten nicht auf die Parteifarben der derzeitigen Regierungsparteien, sondern sind an alle politischen Parteien Berlins adressiert.

Eltern fordern eine spürbare Erhöhung des Bildungsbudgets und einen Stopp des jahrzehntelangen ignorierten Abbaus der Substanz unserer Schulen und des Bildungssystems.

Mehr Kohle für Schulen

Wenn die Öffentlichkeit auf die geleisteten Investitionen in unsere Schulgebäude von über einer Milliarde Euro im Rahmen des Investitionsprogrammes des Bundes in den letzten 2 Jahren verwiesen wird und man weiß, dass noch weitere hunderte Millionen dazukommen müssen, um den Anforderungen des Schulbetriebes gerecht zu werden, dann wird damit das Ausmaß des Investitionsrückstaus in unseren Schulen aus den letzten Jahrzehnten deutlich sichtbar. An dieser Entwicklung haben alle Parteien in unterschiedlichen Konstellationen in der Vergangenheit mitgewirkt.

Dieser hingenommene Verlust an geeignetem schulischem Gebäudebestand spiegelt sich 1:1 bei der ausgedünnten personellen Ausstattung unseren Schulen wider. Auch die in den letzten Jahren überfällige und mittlerweile in großen Teilen ins Laufen gebrachte Schulreform wird mit ihrer unterfinanzierten Ausstattung um die Chancen einer positiven Entwicklung gebracht.

Berlins Eltern wollen keine Versprechungen oder Bemühungen mehr, um eine Verbesserung dieser Situationen serviert bekommen. Die Mangelwirtschaft in den Schulen ist nicht mehr zu übersehen. Verweise auf Verbesserungen der Berliner Situation, gemessen an schlechteren Bedingungen anderswo, oder positive Zahlenwerke, die eine verzerrte Wirklichkeit wiedergeben, beleidigen zunehmend und sind nicht länger hinzunehmen.

Die Berliner Elternschaft besteht auf konkrete Ergebnisse und einen anderen Schulalltag mit zeitgemäßen Bildungs- und Entwicklungschancen für ihre Kinder.

Bild: Landeselternausschuss Berlin

BURN OUT unserer Schulen

Es hat den Anschein, als handle es sich um schicksalshafte Ereignisse mit wiederkehrendem Charakter, wenn von dem immer wiederkehrenden Personalnotstand, den Mangelfächern und dem leer gefegten Markt bezüglich dringend benötigter Lehrer die Rede ist.

Für Anreize, die eine Abwanderung der Referendare in andere Bundesländer vermeiden und für die pädagogische Qualifizierung von externem Fachpersonal als geeignete Seiteneinsteiger in den regulären Schulbetrieb zu existenzsichernden Bedingungen, fehlt es an der Zahlungsbereitschaft der Politik. Man beschwört Sachzwänge und nimmt letzten Endes die Verschleißerscheinungen des überforderten, unterbesetzten Schulpersonals sowie die kontinuierlich ansteigende Zahl der langzeiterkrankten Lehrkräfte, also den realen Personalschwund, in Kauf. Eltern machen da nicht mehr mit.

Der zu geringe Bildungsetat ist keinem unheilvollen Schicksal, sondern einer falschen Prioritätensetzung und der fehlenden Entschlossenheit zur zeitgemäßen Ausgestaltung unserer Schulen geschuldet.

Bild: Landeselternausschuss Berlin

Mehr Lehrkraft

Der Mangel an unseren Schulen wird auf den Rücken unserer Kinder geladen. Unterrichtsausfall in einer unzumutbaren Größenordnung, nicht fachgerechter Ersatzunterricht, "Streckung von Lehrkraft",Unterricht bis in die frühen Abendstunden und danach noch Hausaufgaben bis in den sehr späten Abend - die Schüler sind platt.

Bild: Landeselternausschuss Berlin

Schulqualität + Kostenneutralität = Quatsch

Immer neue Aufgaben sind von Schule ohne zusätzliche Mittel zu stemmen. Diese Mehrlasten sollen in der Regel "kostenneutral" organisiert oder durch gerechtere Verteilung des Mangels reguliert werden.

Eltern fordern eine entsprechende Ausstattung des Bildungshaushaltes, damit wieder regulärer Unterricht flächendeckend möglich wird und darüber hinaus die benötigten Rahmenbedingungen für einen zeitgemäßen Schulbetrieb geschaffen werden.

Egal von welchen Problembereichen in unseren Schulen jeweils die Rede ist, sie lassen sich größtenteils nicht wirklich inhaltlich diskutieren, da es bereits an den grundlegenden Voraussetzungen mangelt. Zeitgemäße Schulqualität ist nun mal nicht kostenneutral zu haben - das ist Quatsch.

Bild: Landeselternausschuss Berlin

Rettungsscghirm für Berliner Schulen

Die Situation an unseren Schulen ist problematisch - ein Hilferuf, wie der unserer Banken, soll helfen. Die jeweils bereitgestellten Mittel für Bildung werden bekanntermaßen verlässlich zurückbezahlt…so oder so. Schule macht Berlin.

Die Argumentation, dass Berlin im bundesweiten Vergleich eine Spitzenposition in den Haushaltsausgaben für Bildung einnimmt, erzählt in erster Linie etwas darüber, wie klein in Deutschland die Bereitschaft ist, in Bildung zu investieren. Ein Blick in den realen Schulalltag zeigt, was ein solches Argument im Konkreten bedeutet und wieviel man für unser Bildungswesen, im wahrsten Sinne des Wortes, übrig hat.

Dafür werden Berliner Eltern den Berliner Politikern die ROTEN KARTEN zeigen. Wir fordern ein Umdenken im Umgang mit einer unserer wichtigsten Ressourcen – der Bildung.

Die Rahmenbedingungen:

Die Träger, Helfer und Medien des Protestes:

  • Initiator des Elternprotestes ist der Berliner Landeselternausschuss beim Senat für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
  • Bei den Roten Karten handelt es sich um beidseitig bedruckte Aufkleber in der Größe 17x8,5 cm. Dieses Format passt auffallend gut sichtbar in die äußeren Taschen von Jacketts, Blusen, Hemden… Sie lassen sich leicht zücken, verschenken und selbsterklären. Ein Zweck dieser Karten ist das berlinweite Sichtbarmachen des Elternprotestes (auch durch seine Unterstützer) und ein Hinweisen auf die Situation der Schulen.
  • Es werden Gespräche mit den Parteien, Verbänden und sonstigen Organisationen gesucht, um ein Umdenken und Handeln im Sinne dieses Protestes zu erreichen.
  • Das Erfreuliche an vierter Stelle: Berliner Schüler haben von den Plänen des Berliner Landeselternausschusses erfahren und saßen plötzlich mit am Tisch. Sie haben spontan ihre Beteiligung in unterschiedlicher Form angeboten. Ihre Informationen aus erster Hand sowie ihre Fähigkeiten im Vernetzen und Organisieren sind von besonderem Wert. Der Landesschülerausschuss beteiligt sich aktiv an diesem Protest.
  • Die Roten Karten werden die Veranstaltungen zu aktuellen Berliner Schulthemen die nächsten Monate begleiten (und umgekehrt).
  • Eltern sind aufgefordert, als Lobby für ihre Kinder, ihren Protest sichtbar zu machen.
  • Alle, ungeachtet ihrer gefühlten politischen Parteilichkeit, die sich für gute Schule engagieren möchten, sind eingeladen, diesen Protest zu unterstützen.
  • Es wird angestrebt, öffentliche Veranstaltungen unterschiedlicher Art im Zusammenwirken mit Unterstützern zu organisieren.

Die Finanzierung:

  • Der Landeselternausschuss verfügt über nahezu kein eigenes Budget, um einen solchen Protest zu finanzieren. Insbesondere die Kosten für eine möglichst hohe Auflage der Roten Karten, bedürfen eines Spendenaufrufes.
    In diesem Zusammenhang hat der Landesverband Schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg e.V. (lsfb) ein Spendenkonto für diese Protestaktion eingerichtet.

    Kontoinhaber: lsfb
    Deutsche Bank
    Konto: 322 11 81 02
    BLZ: 100 700 24
    Stichwort: LEA Berlin

    Für das Erstellen einer Spendenbescheinigung benötigt der lsfb die Anschrift des Spenders im Verwendungszweck der Überweisung oder per E-Mail an .

Informationen über den lsfb der mittlerweile 444 Fördervereine aus Schule und Kitas zu seinen Mitgliedern zählt: www.lsfb.de/lsfb

Auch Kleinstspenden sind als wertvoller Beitrag und Unterstützung der Aktion erbeten.

Information und Öffentlichkeitsarbeit:

  • Auf der tatsächlich offiziellen Homepage des LEA, www.LEA-Berlin.de , ist ab sofort eine Informationsebene zum Elternprotest und seiner Unterstützer online. Diese Informationsplattform soll diesen Protest weitgehend darstellen, begleiten und dokumentieren. Sie wird sich ständig erweitern und auch aktiv von der Schüler- und Studentenschaft mitgestaltet werden.
  • Für Anfragen und Informationen steht der Landeselternausschuss federführend zur Verfügung.

Bisher aktive Beteiligung und Zustimmung

  • Eine engagierte Schülerschaft Berliner Oberstufenzentren sowie Studentenvertreter treiben die Vernetzung des Protestes erfolgreich voran und sind auf allen Ebenen aktiv.
  • Der Landesschülerausschuss hat die Mitwirkung und Unterstützung dieser Aktionen beschlossen.
  • Die GEW hat eine Geldspende geleistet sowie weitere aktive Organisationsarbeit angeboten.
  • Der Landesverband Schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg e.V. beteiligt sich aktiv an diesem Protest.
  • Vertretungen Berliner Schulleiter und Lehrer melden sich beim LEA und erklären ihre Zustimmung.
  • Die Initiative "Tulpen für Tische" befürwortet diese Protestaktion.

Ansprechpartner

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