Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
Hochschulzugang für Realschulabsolventen
Mehr zu: Fachhochschule, Fachoberschule, Realschule, Rheinland-Pfalz, SchuleDie heute vom Bildungsministerium veröffentlichten Anmeldezahlen für die ersten zwölf Fachoberschulen (FOS) sind für den Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) keine Überraschung. "An der großen Resonanz auf das neue Bildungsangebot haben wir nie gezweifelt. Schließlich fordert unser Verband seit Jahrzehnten einen direkten Hochschulzugang für Realschulabsolventen", erinnert der VDR-Landesvorsitzende Bernd Karst.
Er ist sicher, dass diese Option auch dazu beigetragen hat, dass der befürchtete Run auf die Gymnasien des Landes ausgeblieben ist. Den Eltern wurde bewusst, dass die Anmeldung ihres Kindes an der Realschule plus mit individueller Förderung und Berufsorientierung die gleichen Aufstiegsmöglichkeiten sichert.
Der VDR bedauert, dass unter den zwölf Fachoberschulen, die nun definitiv zum 01. August 2011 an den Start gehen, keine einzige in einer großen Stadt zu finden ist. Dabei könnten die Akzeptanzprobleme der Realschule plus, die es in städtischen Ballungsräumen z.T. noch gibt, dadurch überwunden werden, dass man mit einer FOS die Aufstiegsorientierung dieser Schulart dokumentiert. Außerdem stünden dort ausreichend Praktikumsplätze zur Verfügung und es gibt einen hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Schließlich hätte man auch gute Kooperationsmöglichkeiten mit Fachhochschulen unmittelbar vor Ort.
Der Realschullehrerverband erwartet, dass die Schulträger des Landes zum Antragsschluss am 31. März wieder zahlreiche Anträge auf eine FOS stellen werden. Der erfolgreiche Start wird sicherlich dazu motivieren, dass das Ministerium diese Anträge zügig genehmigt, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.
Hintergrund:
Die Fachoberschule (FOS) ist ein zweijähriger Bildungsgang des beruflichen Schulwesens und wird in Rheinland-Pfalz organisatorisch mit der Realschule plus verbunden. Es können folgende Fachrichtungen angeboten werden:
- Wirtschaft und Verwaltung
- Gesundheit und Soziales
- Technik mit den Schwerpunkten Metalltechnik oder Technische Informatik.
Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule absolvieren in der elften Klasse jeweils an drei Tagen der Woche ein Praktikum in einem Unternehmen oder der Verwaltung. Die restlichen Stunden und das gesamte 12. Schuljahr besuchen sie den Unterricht in der Schule. Die Lehrerinnen und Lehrer der Fachoberschule vermitteln in ihrem Unterricht allgemeinbildende Inhalte verknüpft mit Bezügen zur Praxis.
Am Ende der Klasse zwölf erwerben die Schülerinnen und Schüler die allgemeine Fachhochschulreife, die sie unmittelbar zum Studium an jeder Fachhochschule befähigt. Durch den anschließenden einjährigen Besuch der Berufsoberschule II kann auch die allgemeine Hochschulreife ohne Zeitverlust erworben werden.
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