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Lehrerverband

VBE fassungslos: Noch vor dem offiziellen Start stellt Grün-Rot in der Schulpolitik die Ampel von Grün auf Rot

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsausgaben, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 12.04.2011 -

"Weniger Unterrichtsausfall, kleinere Klassen und mehr Ganztagesschulen kann es nicht geben, wenn man Lehrerstellen kürzt", rügt der Landesvor­sitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württem­berg, Gerhard Brand, die Absicht der neuen Landesregierung entgegen aller Absichtserklärungen und Wahlversprechen noch in dieser Legislatur­periode radikal den Rotstift in der Bildungspolitik anzusetzen.

Kein Verständnis hat man beim VBE dafür, dass die neu gewählte grün-rote Landesregierung, die noch nicht einmal im Amt ist, jetzt bereits in der Schulpolitik die Ampeln von Grün auf Rot stellen will. Allein der Klassenteiler ist nach Auffassung des VBE noch immer pädagogisch unverantwortlich hoch. In Pisa-Vorzeigeländern wird in wesentlich kleineren Lerngruppen gearbeitet.

Mehr Ganztagesschulen, Sprachförderung für ausländische und deutsche Kin­der, eine engere Kooperation mit den Kindergärten, der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung in Regelschulen (Inklusion), Teilungs­stunden in "praktischen" Fächern und eine sichere Lehrerreserve für Krankheits­vertretungen erfordern viele, viele Pädagogenstunden. Der Run auf Privatschu­len belegt, wo Eltern zurzeit die besseren Chancen für ihre Kinder sehen. "Wer mehr Qualität will, muss dafür mehr Geld in die Hand nehmen", betont Brand, "und schon in der Grundschule lernt man, wer nur subtrahiert, kann unterm Strich nicht mehr herausbekommen, als er anfänglich gehabt hat."

Rot und Grün sind mit dem Versprechen zur Wahl angetreten, in der Bil­dungspolitik alles besser als Schwarz-Gelb zu machen. Dieses Vorhaben dürfe sich aber nicht lediglich auf die Streichung der verbindlichen Grundschulemp­fehlung beschränken, auf das, was nichts koste, schimpft der VBE-Landeschef.

Die Grün-Roten haben in der Opposition stets Zeter und Mordio gerufen, wenn von der schwarz-gelben Landesregierung bei Lehrerstellen auch nur ein kw-Vermerk (künftig wegfallend) angebracht werden sollte. Jetzt, wo Grün-Rot als Regierungskoalition die Chance hätte, der Bildung mehr Wert zu geben, wird als erste Maßnahme der Rotstift bei den Lehrerstellen angesetzt. Wie es mit die­ser Entscheidung, die aus finanzpolitischer Sicht durchaus zu verstehen wäre, zu weniger Unterrichtsausfall und kleineren Klassen kommen solle, sei unverständlich, so Brand. Für die Bildungspolitik wäre es fatal, wenn der designierte Ministerpräsident in dieser Frage der bessere Stächele sein wolle.

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3 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von paulchen, am 12.04.2011, 11:15

Willkommen in der Realität. Die Lehrerstellen werden natürlich bevorzugt an Gymnasien wegfallen, um diese Schulform zu diskreditieren und den Wunschtraum von der Einheitsschule für alle durchsetzen zu können. Glückwunsch an alle, die wegen eines Bahnhofs die Bildungschancen ihrer Kinder den grün-roten Ideologen überlassen haben.

von Joschi, am 12.04.2011, 19:34

Wenn die Grün-Roten tatsächlich als erste Amtshandlung die (bereits von CDU und FDP) beschlossene Senkung des Klassenteilers wieder zurücknehmen, dann verliere ich endgültig den Glauben daran, dass es noch Ehrlichkeit in der Politik gibt.

In ein paar Jahren verlieren die Grünen ihr wichtigstes Thema, nämlich die Kernenergie. Wenn sie jetzt auch noch in der Bildungspolitik hinter die anderen Parteien zurückfallen, ist der Absturz vorprogrammiert.

von Lyla, am 13.04.2011, 13:25

Man sollte Politiker für Wahlversprechen haftbar machen können. Wenn sie die Lehrerkürzung wirklich durchziehen, verliere ich auch noch den Rest an Vertrauen für unsere Politik.


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