Deutscher Hochschulverband (DHV)
DHV legt Empfehlungen zum wissenschaftsadäquaten Publikationsverhalten vor
Kempen: "Originalität und Eigenständigkeit bestimmen die Qualität"
Mehr zu: Urheberrecht, HochschuleDer Deutsche Hochschulverband (DHV) hat auf dem 61. DHV-Tag in Potsdam fächerübergreifende Empfehlungen zum wissenschaftsadäquaten Publikationsverhalten vorgelegt. "Die Frage, welches Publikationsverhalten wissenschaftsangemessen ist, gewinnt an Bedeutung und Aktualität", erläuterte dazu der DHV-Präsident, Professor Dr. Bernhard Kempen. Eine Folge aus der Affäre zu Guttenberg sei die Notwendigkeit, dass die Scientific Community sich ihrer Publikationsregeln vergewissere und diese auch schriftlich verbindlich niederlege.
Bei jeder wissenschaftlichen Publikation müsse die neue, eigene wissenschaftliche Erkenntnis im Mittelpunkt stehen. "Originalität und Eigenständigkeit machen die Qualität einer wissenschaftlichen Publikation aus", hob Kempen hervor. "Wissenschaftliche Vorarbeiten sind unabhängig von der jeweiligen Autorenschaft möglichst vollständig und korrekt nachzuweisen. Die Zitation eigener Werke ist auf den inhaltlich notwendigen Umfang zu be-schränken."
In wissenschaftlichen Veröffentlichungen seien sämtliche Mit-Autoren und Mitarbeiter, die an der Veröffentlichung einen eigenen wissenschaftlichen Beitrag geleistet haben, zu nennen. "Bei Veröffentlichungen mit mehreren Autoren hat sich in vielen Fächern die 'first-last-author-emphasis-Norm' durchgesetzt, wonach an erster Stelle der Hauptautor und an letzter Stelle der Ideengeber oder Betreuer aufgeführt wird", erklärte der DHV-Präsident. "Aber auch alphabetische oder nach dem Grad der Beteiligung gelistete Autorenbenennungen sind wissenschaftsadäquat."
Kempen rief die Fachgesellschaften und die Fakultätentage auf, weitere fachspezifische Richtlinien zum wissenschaftlichen Publikationsverhalten und zur korrekten Autorenbenennung vorzulegen.
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