Norddeutsche Wissenschaftsministerkonferenz setzt auf engere Kooperation bei Forschungsschwerpunkten
Brandenburg neuer Partner im Hochleistungsrechner-Verbund / NWMK-Sondersitzung Anfang 2012 in Brüssel
Mehr zu: Föderalismus, Forschung, Hamburg, Schavan, HochschuleDie Norddeutsche Wissenschaftsministerkonferenz (NWMK) mit den Ländern Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg kam heute in Hamburg zusammen, um über gemeinsame Ziele in der Wissenschafts- und Forschungspolitik zu sprechen. Unter dem Vorsitz von Hamburgs Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dr. Dorothee Stapelfeldt, verständigten sich die Minister darauf, ihre Kooperation speziell bei norddeutschen Forschungsschwerpunkten zu intensivieren.
Die Wissenschaftsministerkonferenz beschloss, die Ergebnisse einer Strukturanalyse der norddeutschen Energieforschung, der Biowissenschaften und Medizin der Bundesministerin für Bildung und Forschung vorzustellen. Die NWMK-Vorsitzende wird hierzu ein Gespräch der norddeutschen Länder mit Bundesministerin Schavan vereinbaren.
Im Bereich der Energieforschung wollen sich die norddeutschen Länder zunächst auf die Felder Windenergie, Biomassekonversion (Bioenergie) und elektrische Verteilnetze (SmartGrids) konzentrieren. Bremen und Niedersachen werden dabei die Federführung für das Feld Windenergie, Hamburg für das Feld Bioenergie und Schleswig-Holstein für das Feld SmartGrids übernehmen. Beim Themenschwerpunkt Windenergie verständigte sich die Konferenz darauf, das Konsortium "WindPowerCluster" als Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten aller fünf Länder zu unterstützen.
Im Bereich Biowissenschaften und Medizin beschloss die Konferenz, die Themenfelder Infektion und Immunität sowie Neurowissenschaften im Rahmen der Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung weiter zu verfolgen. In der Strukturbiologie vereinbarten die Länder, ihre Kooperation schwerpunktmäßig im Rahmen des Zentrums für strukturelle Systembiologie (CSSB) auszubauen. Darüber hinaus verabredeten sie herauszuarbeiten, welche Drittmittel-Förderformate in den Themenfeldern Mikrobielle Genomforschung und Regenerative Medizin erfolgsversprechend sein könnten.
Im Bereich Meeres- und Klimaforschung beschloss die Konferenz, gemeinsam mit dem Bund eine Strategie für die deutsche Meeresforschung zu entwickeln. Ziel ist es, Antworten auf die Fragen zu finden, wo die deutsche Meeresforschung in 10 bis 15 Jahren stehen kann und welche Forschungsschwerpunkte wie und durch welche Einrichtungen abgedeckt werden können.
Eine Erfolgsstory ist schon heute der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechner. Die Wissenschaftsministerkonferenz beschloss nun die Aufnahme des Landes Brandenburg in den Verbund, dessen Nachfolgesystem ab 2013 beschafft werden und aus zwei gekoppelten Systemen an den Standorten Berlin und Niedersachsen bestehen soll. Ebenso wurde eine Anpassung des Kostenteilungsmodells verabschiedet. Die Beteiligung des Bundes am Hochleistungsrechner ist beantragt, eine Begutachtung mit positiver Empfehlung abgeschlossen. Die endgültige Entscheidung des Bundes zur Mitfinanzierung wird für Juli 2011 erwartet.
Um die Leistungsfähigkeit der norddeutschen Bundesländer und ihre Forschungsschwerpunkte auch in Europa nachdrücklich sichtbar zu machen und verstärkt für EU-Fördergelder zu werben, vereinbarten die Minister, im Januar 2012 eine Sondersitzung der NWMK in Brüssel abzuhalten und diese mit einer Ausstellung der norddeutschen Stärken in der Klima- und Meeresforschung im Europäischen Parlament zu begleiten.
Die NWMK-Vorsitzende Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt zum Abschluss der Tagung: "Die Strukturanalyse der norddeutschen Forschungsbereiche hat uns in die Lage versetzt, für ausgewählte Fächergruppen zunächst vorhandene Stärken zu identifizieren sowie Vernetzungs- und Kooperationspotentiale aufzuzeigen. Jetzt gilt es, die Zusammenarbeit in diesen Forschungsschwerpunkten zu konkretisieren, um mittel- und langfristig bundesweit Achtungserfolge erzielen zu können. Dazu gehört auch, die Leistungsfähigkeit der norddeutschen Länder stärker herauszustellen und neue Fördermittel der EU einzuwerben. Mit Brandenburg als neuem Partner im Verbund der Höchstleistungsrechner bauen wir die norddeutsche Kooperation weiter aus."
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