Karg-Stiftung
Plant die Ameise ihren Tag? Und andere Einsichten in das Leben.
Berliner Lehrkräfte an Grund- und Gemeinschaftsschulen sind Multiplikatoren für das "Philosophieren mit Kindern" in der integrativen Begabtenförderung
Mehr zu: Berlin, Hochbegabung, Lehrerbildung, Unterrichtsgestaltung, Weiterbildung, SchuleAm 6. Juni 2011 endet für 20 Berliner Lehrkräfte an Grund- und Gemeinschaftsschulen das einjährige Fortbildungsprogramm "Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen". In acht Berliner Bezirken gibt es nun qualifizierte Lehrkräfte für Unterrichtsangebote im Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen an ihren Schulen. Zudem können diese als ausgebildete Multiplikatoren ihr Wissen auch an andere Schulen weitergeben.
Die Fortbildung zielte auf die Entwicklung von Unterrichtsangeboten in der integrativen Begabtenförderung. Das von der Philosophin Dr. Kristina Calvert entwickelte "Philosophieren mit Kindern" führt Kinder an philosophische Fragestellungen heran und schult im schlussfolgernden Denken. Fragen wie: "Plant die Ameise ihren Tag?" oder "Können Pflanzen träumen?" setzen dabei an der kindlichen Lebenswelt an – und nehmen Kinder als Denker ernst. Ziel ist das selbsttätige Erschließen der Kant´schen Grundfragen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?
Was das Philosophieren für die Begabtenförderung in der Schule zudem besonders interessant macht, ist, dass Denkräume eröffnet werden und Fragen freier Lauf gelassen werden darf, ohne dass es ein Richtig oder Falsch geben muss. Gerade begabte Kinder denken oft weiter als von ihnen erwartet wird und konfrontieren ihre Lehrkräfte und Mitschüler mit kniffligen Seins- und Sinnfragen. Und doch sind sie am besten in ihrem gegebenen Klassenverband aufgehoben. Das Miteinanderdenken aller Kinder steht beim "Philosophieren" im Mittelpunkt. Das nimmt jeden mit – bremst aber auch niemanden aus in seinem Wissensdrang. Gemeinsames Denken macht so Spaß! Und nebenbei entdecken Kinder sich, ihre Mitmenschen und ihre Umwelt.
Die Fortbildung vermittelte theoretische Grundlagen und unterstützte in der Erarbeitung von praktischen Unterrichtseinheiten. Zuletzt zeigte Kristina Calvert, wie "Philosophieren mit Kindern" in Schule und Unterricht verankert werden kann.
"Die Fortbildung zum Multiplikator "Philosophieren mit Kindern" hat uns Lehrkräften neue Perspektiven in der integrativen Begabtenförderung aufgezeigt. Die Methode kann hervorragend in den Unterricht eingebunden werden – und zwar in allen Fächern. Es können aber auch separate Kurse stattfinden. Nicht nur die Kinder erweitern ihren Horizont, wir lernen auch von den Kindern." – so ein Teilnehmer der Fortbildung.
Erneut kooperieren die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin und die Karg-Stiftung, die das Projekt finanzierte, in der Entwicklung der Berliner Schullandschaft auch für hochbegabte Kinder. "Es ist der Karg-Stiftung ein Anliegen, Hochbegabtenförderung integrativ umzusetzen. Denn es geht uns nicht um eine gesonderte Förderung Weniger. Wir wollen aber auch hochbegabte Kinder in ihrem und mit ihrem Wissensdrang ernst nehmen und sie nicht nur da abholen, wo sie stehen, sondern sie dahin begleiten, wo sie hin wollen. Und hierfür eignet sich das "Philosophieren mit Kindern hervorragend", so Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung.
Berliner Schulen, die "Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen" anbieten
Mitte: Anna-Lindh-Grundschule
Pankow: Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule
Charlottenburg-Wilmersdorf: Wald-Grundschule, Peter-Jordan-Schule
Steglitz-Zehlendorf: Erich-Kästner-Grundschule
Tempelhof-Schöneberg: Kiepert-Grundschule, Stechlinsee-Grundschule, Annedore-Leber-Grundschule
Treptow-Köpenick: Sophie-Brahe-Schule (Gemeinschaftsschule)
Lichtenberg: Schule im Grünen (ab 1.8.2011: 1. Gemeinschaftsschule Lichtenberg)
Reinickendorf: Franz-Marc-Grundschule, Renée-Sintenis-Grundschule
Die Karg-Stiftung
Die Karg-Stiftung engagiert sich für hochbegabte Kinder und Jugendliche seit 1989. Ihr Ziel ist die Sensibilisierung und Qualifizierung des Bildungssystems in der Förderung Hochbegabter. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Entwicklung von Förder- und Beratungseinrichtungen und der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Beratern. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung in der Begabungsforschung. Die Karg-Stiftung wurde von dem Unternehmer Hans-Georg Karg und seiner Frau Adelheid errichtet und ist die bundesweit größte in der Hochbegabtenförderung tätige Stiftung.
Pressekontakt zu dieser Meldung
Sabine Wedemeyer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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T + 49-(0)69-665 62-113
M + 49-(0)160-909 849 16
F + 49-(0)69-665 62-119
http://www.karg-stiftung.de
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