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DGB

Inländisches und europäisches Fachkräftepotenzial hat Priorität

Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungschancen, Fachkräftebedarf, Weiterbildung, Sonderthemen
Berlin, 22.06.2011 -

"Der Fachkräftemangel von heute ist hausgemacht und spiegelt die Versäumnisse der Vergangenheit wider", sagte Michael Sommer, DGB-Vorsitzender, zum Kabinettsbeschluss zum Fachkräftemangel am Mittwoch in Berlin. "Wir müssen endlich die inländischen und europäischen Potenziale ausschöpfen, bevor die Unternehmen außerhalb Europas Fachpersonal anwerben, um ihre Niedriglohnstrategie nun auch auf den Bereich von Hoch- und Höchstqualifizierten auszudehnen."

"Der Fachkräftemangel von heute ist hausgemacht und spiegelt die Versäumnisse der Vergangenheit wider", sagte Michael Sommer, DGB-Vorsitzender, zum Kabinettsbeschluss zum Fachkräftemangel am Mittwoch in Berlin. "Wir müssen endlich die inländischen und europäischen Potenziale ausschöpfen, bevor die Unternehmen außerhalb Europas Fachpersonal anwerben, um ihre Niedriglohnstrategie nun auch auf den Bereich von Hoch- und Höchstqualifizierten auszudehnen."

"Die Bundesregierung nimmt sich zu Recht des Themas Fachkräftemangel an. Aber dieser Kabinettsbeschluss ist nicht mehr als ein erster Schritt, er beschreibt in vielen Punkten, was ist, aber nicht, wo es hingehen soll. Wer die inländischen Fachkräftepotenziale ausschöpfen will, muss mehr Geld für die Förderung auch von Langzeitarbeitslosen und Alleinerziehenden auch im Hartz-IV-System bereitstellen und darf nicht, wie in diesem Jahr geschehen, die Förderung von Langzeitarbeitslosen kürzen.

Wir brauchen konkrete Programme für die Integration von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt und eine Weiterbildungsoffensive, die Beschäftigte fit hält für die Zukunft. Gerade die niedrige Frauenerwerbsquote zeigt, dass wir immer noch zu wenig tun für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die 1,5 Millionen jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren, die keine Berufsausbildung haben, verdienen eine zweite Chance. Hier gibt es für die Bundesregierung viel zu tun.

Die europäische Krise ist eine Krise der jungen Generation. Die jungen Menschen in Spanien oder Irland sind gut ausgebildet und motiviert, aber ohne Arbeitsmarktperspektive in ihrem Heimatland. Um sie sollten wir uns bemühen. Es ist eine Schande, dass die deutschen Arbeitgeber mit ihrer Niedriglohnstrategie erneut Druck auf die Löhne ausüben wollen, indem sie billige Fachkräfte außerhalb Europas anwerben."

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