Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
Oberschulmodell der CDU - erster Schritt zur Gesamtschule
Passgenaue Schulangebote für Realschüler und Hauptschüler werden zerstört
Mehr zu: Bayern, Geografie, Hauptschule, Oberschule, Realschule, Schulstruktur, SchuleDer Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbandes, Anton Huber, äußert erneut Unverständnis gegenüber dem geplanten bildungspolitischen Kurswechsel der CDU: "Nicht nur in Bayern, in ganz Deutschland sind die Menschen irritiert angesichts der CDU-Pläne, das deutsche Schulsystem umzukrempeln."
Huber findet die aktuelle Aussage, dass es sich beim Oberschulmodell lediglich um eine neue schulische Organisationsform und nicht um eine Aufhebung schulischer Angebote für Hauptschüler und Realschüler handele, nicht überzeugend. Das Oberschulmodell, das auch als Zwei-Säulen-Modell bezeichnet wird, ist de facto nichts anderes als die Abschaffung der Haupt- und der Realschule und die Gründung einer neuen gemeinsamen Schulart – der "Oberschule". Es sollte wenigstens auch ehrlich und offen zugegeben werden, so Huber, dass es dadurch zu einer Gemeinschaftsschule nach den Wünschen der SPD komme. Mit diesem Zwischenschritt und seiner fragwürdigen Begründung (demografische Entwicklung – Wohnortnähe) nähere sich die CDU unbedarft der Gesamtschule deutlich. Sehr bald, spätestens wenn die Schüler auch für die Oberschule nicht mehr reichen, wird man mit diesem Argument die Zusammenlegung aller Schularten, auch des Gymnasiums, fordern, was dann endgültig der Gesamtschule gleichkomme.
Das differenzierte bayerische Schulwesen mit seinen vielfältigen Bildungsangeboten, so Huber, sei für die Schüler, auch außerhalb Bayerns, ein sehr guter Förderungsrahmen. Man müsse doch festhalten, dass bei der Zusammenschau aller Leistungstests im Bildungsmonitor 2010 des Instituts der Deutschen Wirtschaft nicht Sachsen, sondern Bayern höchste Schulqualität bestätigt wurde. Insofern läge es sehr nahe, und das stünde auch der CDU gut an, sich bei der Schulstrukturfrage an dem Bundesland zu orientieren, das die höchste Schulqualität aufweist. Aber Bayern ist wohl nur im Zusammenhang mit dem Länderfinanzausgleich anerkannt, stellt Huber abschließend fest.
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