GEW Schleswig-Holstein
Bildung ist keine Ware – GEW für weiterhin gebührenfreies Studium
Mehr zu: Bildungsausgaben, Schleswig-Holstein, Studiengebühren, HochschuleFür ein weiterhin gebührenfreies Studium tritt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein. Die Bildungsgewerkschaft sprach sich am Freitag, 24. Juni 2011 in Kiel klipp und klar gegen einen Vorschlag der Landesrektorenkonferenz aus, auch in Schleswig-Holstein Studiengebühren einzuführen.
"Bildung ist ein Grundrecht und keine Ware, die Hochschulen den Studierenden zum Verkauf anbieten dürfen. Es kann nicht angehen, dass auch in Schleswig-Holstein in Zukunft die Möglichkeit zum Studium von Mamas oder Papis Portemonnaie abhängen soll", sagte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn.
"Statt einer "Campus-Maut" braucht Schleswig-Holstein eine weitere soziale Öffnung der Hochschulen, und zwar nicht nur aus sozialen Gründen, sondern auch um genügend Fachkräfte für die wirtschaftliche Entwicklung zu gewinnen."
Zur Begründung seiner ablehnenden Haltung gegen Studiengebühren verwies er darauf, dass schon heute der Hochschulzugang in Deutschland in krassem Maße von der sozialen Herkunft abhängig sei. Studiengebühren würden die soziale Auslese noch verstärken, weil sie viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus nicht so gut betuchten Elternhäusern vom Studium abschreckten. Das gelte auch für nachgelagerte Studiengebühren, wie die Rektoren sie wünschten. "Die Aussicht auf einen immer größer werdenden Schuldenberg hält vor allem junge Menschen aus Familien mit geringem Einkommen und aus Nicht-Akademikerhaushalten vom Studium ab."
Recht habe die Landesrektorenkonferenz mit ihrem Hinweis auf die völlig unzureichende Finanzierung der Hochschulen durch das Land, so Matthias Heidn.
Aber der von ihr aufgezeigte Lösungsweg sei völlig ungeeignet. "Bildung ist eine öffentliche Aufgabe und muss auch öffentlich finanziert werden. Das gilt für Hochschulen genauso wie für Kindertagesstätten und Schulen", stellte der GEW-Landesvorsitzende klar. Die dafür notwendigen Gelder ließen sich durch Maßnahmen wie zum Beispiel die Erhöhung der Erbschaftssteuer, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und eine höhere Besteuerung von Besserverdienenden locker machen. "Schließlich durften wir erst heute die gute Nachricht in den Zeitungen lesen: Die Zahl der Millionäre in Deutschland ist wieder gestiegen!"
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