GEW Thüringen
Die Einheit von Grundschule und Hort muss erhalten bleiben
Ganztägig bilden in Verantwortung aller Pädagogen in der Grundschule
Mehr zu: Grundschule, Thüringen, SchuleDie GEW Thüringen hat das Gesprächsangebot des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Zukunft des Grundschulhortes angenommen. Das seit drei Jahren laufende "Erprobungsmodell zur Weiterentwicklung der Thüringer Grundschule" mit dem Ziel der Kommunalisierung des Hortes endet im Sommer 2012. Über die weitere Entwicklung und Finanzierung der Grundschulhorte muss jetzt eine Entscheidung getroffen werden.
Torsten Wolf, Vorsitzender der Thüringer Bildungsgewerkschaft GEW zeigt sich überzeugt, gemeinsam mit dem Ministerium ein tragfähiges Zukunftskonzept für den Grundschulhort zu entwickeln: "Den Thüringer Hort als integrativen Bestandteil der Grundschulen zu erhalten, ist unsere oberste Priorität. Dazu werden wir uns in die Gespräche mit unseren Forderungen einbringen. Neben der Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen muss auch eine personelle Kontinuität geschaffen werden, damit stabile Beziehungen entstehen können. Die ganztägige Bildung in die Verantwortung aller an der Grundschule tätigen Pädagogen zu legen, gelingt am ehesten, wenn die pädagogische und personelle Einheit von Grundschulen und Horten in der Verantwortung des Landes bleibt." Wie die Landeshoheit konkret aussehen kann, wird Teil der weiteren Gespräche mit dem Ministerium sein.
Die momentane Berichterstattung zum Thema verunsichert sowohl Beschäftigte als auch Eltern. Die GEW Thüringen hat deshalb einen Online-Fragebogen entwickelt, der ab der letzten Schulwoche auf der Homepage www.gew-thueringen.de freigeschaltet wird. Die Bildungsgewerkschaft will von Erzieher/innen, Grundschullehrer/innen, Schulleiter/innen und Eltern erfahren, wie Grundschule und Hort sich seit dem Modellprojekt entwickelt haben, welche Erfahrungen vorliegen und wie es um die Bedingungen vor Ort steht.
Die bereits in den letzten Monaten durchgeführte Befragung von GEW-Erzieher/innen im Grundschulhort hat ergeben, dass sich durch das "Erprobungsmodell zur Weiterentwicklung der Thüringer Grundschule" die personelle Situation deutlich entspannt hat. Grund hierfür sind die für das Projekt zusätzlich bereitgestellten Mittel. Auch in der konzeptionellen Ausrichtung gab es eine Entwicklung. Nach den bisher knapp 250 Rückmeldungen, arbeiten rund 42 Prozent der Einrichtungen mit einem offenen Konzept und ein Viertel auf Gruppenbasis. Ein knappes Drittel mischt beide Konzepte. Die Bildungsangebote im Grundschulhort reichen von künstlerischer über motorische und musikalische bis zu naturwissenschaftlicher Bildung. Durch die gemeinsame Planung von Erzieher/innen und Lehrer/innen entsteht damit ein offenes Ganztagesangebot, das bundesweit einzigartig ist.
Die Herausforderungen des Gemeinsamen Unterrichts setzen sich auch im Hort fort. So gaben 83 Prozent der Befragten an, in ihrer Einrichtung Kinder mit sonderpädagogischem Gutachten zu betreuen. Die Befragung hat zudem ergeben, dass die Zuweisung von Personalstellen (nach ThVPS) nicht ausreichend ist. Im Durchschnitt fehlen den Einrichtungen 12,6 Stunden.
Insbesondere die Erzieher/innen im Landesdienst lehnen die Fortführung des Modellprojektes ab, da sie um ihre berufliche Perspektive fürchten.
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