GEW Schleswig-Holstein
Perspektive: Hartz IV!
Junge Lehrerinnen und Lehrer machen Ärger vor Bildungsministerium Luft
Mehr zu: Bildungsausgaben, Lehrermangel, Schleswig-Holstein, Unterrichtsversorgung, SchuleMit einem symbolischen Akt machten rund dreißig junge Lehrerinnen und Lehrer am Dienstag, 28.6.2011 ihrem Ärger vor dem Bildungsministerium Luft. In einer langen Schlange reihten sie sich vor dem Ministerium auf, um dort ihre Bewerbungsmappen abzugeben. Sie wollten damit gegen Stellenstreichungen an den Schulen protestieren, die für die Meisten von ihnen in Zukunft Arbeitslosigkeit bedeutet.
"Welche Perspektive bietet diese Landesregierung jungen Lehrerinnen und Lehrern? Hartz IV? Jobben in der Kneipe? Wieder zuhause bei Mami und Papi einziehen? Nach Hamburg auswandern?, fragte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Rande der Aktion. "Landauf, landab brauchen wir junge Lehrerinnen und Lehrer, damit unsere Kinder und Jugendlichen ausreichend Unterricht erhalten. Doch was macht die Landesregierung? Sie streicht zum nächsten Schuljahr 300 Lehrerstellen und schickt damit 300 gut ausgebildete Lehrkräfte in die Arbeitslosigkeit!"
Der GEW-Landesvorsitzende appellierte an Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug und die schwarz-gelbe Landtagsmehrheit, auf die Stellenstreichungen zu verzichten und die Bildungsqualität in Schleswig-Holstein zu verbessern. "Lehrerinnnen und Lehrer sitzen auf der Straße – Schülerinnen und Schüler bleiben auf der Strecke" dürfe nicht das Motto für die Bildungspolitik in Schleswig-Holstein bleiben.
Hintergrund für die GEW-Aktion vor dem Bildungsministerium ist die desolate Einstellungssituation für junge Lehrerinnen und Lehrer (Ausnahmen: Schulen mit Oberstufen) in Schleswig-Holstein. 310 Lehrerstellen werden zum kommenden Schuljahr von der schwarz-gelben Landesregierung gestrichen. Verbunden mit Stellenverschiebungen zwischen den Schularten führt das dazu, dass nach Schätzung der GEW bis zu siebenhundert junge Lehrerinnen und Lehrer an den Grund-, Regional- und Gemeinschaftsschulen keine Stelle finden oder ihre befristeten Stellen verlieren werden.
Leidtragende seien jedoch nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Schülerinnen und Schüler, sagte Matthias Heidn. Ihnen werde die Chance auf eine bessere Ausbildung unter besseren Bedingungen an den Schulen genommen. Rein rechnerisch spare das Bildungsministerium je 5 SchülerInnen eine Lehrerstelle ein! Das gehe auch über den Rückgang der Schülerzahlen hinaus.
Ansprechpartner
warum ausbilden oder studieren, wenn immer mehr stellen gestrichen werden?? die wirtschaft bumt doch oder??
lohnt sich lernen überhaupt noch für die paar job´s?
warum gibt es dann noch die schulpflicht?
liebe regirung, denkt mal drüber nach.
in den lehrplan sollte die ellenbogen-taktik mit gelernt werden, statt soziales.
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