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DKS

Erste bundesweite Service-Initiative für Kommunen zur Umsetzung des Bildungspakets gestartet

Wie können Eltern besser erreicht werden? Wie können Schulen und Kitas das Bildungspaket konkret nutzen, um Kinder und Jugendliche besser zu fördern? Wie können Kommunen das Bildungspaket nicht nur verwalten, sondern damit gestalten? Und welche guten Konzepte gibt es schon dafür? Wie kann die Zivilgesellschaft aktiviert und eingebunden werden?

Mehr zu: Bildungschancen, Bildungspaket, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Schulverwaltung, Stiftungen, Schule
Berlin, 30.06.2011 -

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) startet die erste Service-Initiative für Kommunen zum Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung. Die Initiative Bildungsbündnisse wird unterstützt von der Körber-Stiftung und der Jacobs Foundation und wendet sich an Gemeinden und Städte, denen es nicht reicht, Verteilstationen zu sein.

Über die Kommunen sowie die örtlichen Jobcenter läuft die Organisation und Umsetzung der Hilfen u.a. für Lernförderung, Sportangebote oder Musikstunden für Kinder aus armen Familien. Bisher konzentriert man sich vor allem auf administrative Probleme, weniger auf die Qualität und Nachhaltigkeit der Bildungsangebote und Strukturen vor Ort. "Die Initiative ist eine Einladung an alle, die an Bildung beteiligt sind, darüber nachzudenken, wie Kommunen ausgehend vom Bildungspaket die Bildungschancen für jedes einzelne Kind tatsächlich verbessern können", erklärte Roland Koch, Vorsitzender des Stiftungsrats der DKJS, das Ziel der Initiative Bildungsbündnisse.

Dafür richtet die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ein Beratungsbüro ein, bei dem sich Kommunen telefonisch unkompliziert über gute Ansätze, Konzepte und gelingende Praxis informieren können. Sie organisiert den Erfahrungsaustausch von Kommunen untereinander und lädt zu Beratungssalons mit Praktikern und Vertretern von Bund, Ländern und Wissenschaftlern ein. Eine Tagung dient der Entwicklung kommunaler Strategien zur Bekämpfung von Bildungsarmut. Das mehrjährige Engagement der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und ihrer Partner zum Aufbau lokaler Bildungslandschaften bildet die Basis für die Initiative. Mehr unter www.bildungsbündnisse.de

Drei Ministerpräsidenten - Christine Lieberknecht (Thüringen), Matthias Platzeck (Brandenburg) und Stanislaw Tillich (Sachsen) - setzen sich als Schirmherren für die Bildungsbündnisse ein. Gemeinsam erklärten sie: "Die Stiftungen machen ein Angebot an die kommunale Ebene. Es kommt jetzt darauf an, dieses Angebot mit den vielfältigen Aktivitäten zu verknüpfen, die es im Zusammenhang mit der Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets, aber auch mit der Unterstützung von Familien in schwierigen sozialen Situationen bereits gibt."

Bei der Initiative arbeiten mehrere Kommunen als Beispielkommunen mit, die bereits in der Vergangenheit vielversprechende Konzepte für Bildungsgerechtigkeit und Armutsprävention entwickelt haben, darunter Leipzig, Weiterstadt, Jena, Kassel, Elbe-Elster und Wiesbaden. Ihr Erfahrungswissen werden die Beispielkommunen in den Beratungssalons an andere Gemeinden weitergeben.

Erste Beispielkommunen der Bildungsbündnisse

Leipzig beispielsweise richtet ein neues Amt für Jugend, Familie und Bildung ein, um Jugendhilfe und Schule stärker aufeinander abzustimmen. Für Eltern ist es oft unverständlich, wer für welche Anliegen der richtige Ansprechpartner ist. In Zukunft soll das neue Amt die Anliegen aus einer Hand bearbeiten können.

Wiesbaden koordiniert im Amt für Soziale Arbeit vielfältige Unterstützungs- und Förder-angebote von Kinder- und Jugendhilfe, kommunalem Jobcenter und stadtteilbezogenen Akteuren für arme Kinder, Jugendliche und ihre Eltern. Schwerpunkte sind aktuell die zielgruppenorientierte Elternbildung, Frühbildungsangebote in Krippen und Kitas, die systematische Kooperation im Übergang Kindergarten-Grundschule und die Schulsozialarbeit mit einem Kompetenz-Entwicklungs-Programm im Übergang Schule-Beruf.

Elbe-Elster: Als Pilotprojekt und Referenzregion entwickelt der Landkreis - gefördert vom Land Brandenburg - ein regionales Gesamtkonzept für mehr Kinder- und Familienfreund-lichkeit, in dem Bildung eine wichtige Rolle spielt. Seit einigen Jahren gibt es zudem ein Bildungsbüro, angesiedelt im Schulverwaltungs- und Sportamt der Kreisverwaltung. "Unser Anspruch ist es, alle mitzunehmen, teilhaben zu lassen und zu qualifizieren. Auch die Leistungsschwächeren, auf die wir übrigens zunehmend angewiesen sind. Wir können es uns nicht leisten, dass junge Menschen ihre Potentiale nicht ausschöpfen oder Jugendliche ohne Abschluss die Schule verlassen", so Roland Neumann, Beigeordneter des Landkreises Elbe-Elster.

Weiterstadt in Hessen richtete einen Fachdienst "Kommunale Bildungsplanung" und eine Servicestelle "Beteiligung von Kindern und Jugendlichen" auf der Ebene der Stadtverwaltung ein. Damit organisiert sie den gesamten städtischen Fachbereich "Kinder, Jugend, Bildung" neu: So entsteht eine Struktur, in der kommunale Bildungs- und Sozialpolitik gebündelt gestaltet werden.

Pressekontakt: Claudia Hasse Tel. 030/ 25 76 76 64 Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Programmleitung: Volker Schmidt Tel. 030/25 76 76 829 Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

www.dkjs.de, www.lokale-bildungslandschaften.de

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) versteht gute Bildung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und beschäftigt sich seit ihrer Gründung 1994 mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen bestmöglich unterstützt und gefördert werden können. In diesem Sinne und in Kooperation mit der öffentlichen Hand sowie privaten Partnern entwickelt und verbreitet sie Programme wie die Camps für versetzungsgefährdete Schüler, Lichtpunkte gegen Kinderarmut, Bildungslandschaften oder das Begleitprogramm für Ganztagsschulen. Die Körber-Stiftung und die Jacobs Foundation sind Gründungsgesellschafter der DKJS.

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