GEW Baden-Württemberg
Breites Bündnis gegen Befristungen beim IB
Gute Bildungs- und Sozialarbeit braucht ordentliche Arbeitsverträge
Mehr zu: Baden-Württemberg, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Tarifvertrag, SonderthemenBeschäftigte des Internationalen Bundes (IB) haben heute (01.07.) bei der bundesweiten Mitgliederversammlung in der Stuttgarter Liederhalle für ordentliche Arbeitsverhältnisse protestiert. "Gute Bildungsangebote und gute Sozialarbeit gelingen nur, wenn qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft beschäftigt werden. Dazu muss die Zahl der befristeten Verträge deutlich reduziert werden", sagte am Freitag (01.07.) in Stuttgart Inge Goerlich von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Bei der IB-Gruppe, einem dem größten Träger der Bildungs- und Sozialarbeit lag die Befristungsquote im Juni 2011 bei 38 Prozent. Bei der IB-GmbH, die sich fast ausschließlich über SGB-III-Maßnahmen finanziert, sind sogar 52,7 der Mitarbeiter/innen befristet beschäftigt. Die Beschäftigten forderten in der Stuttgarter Liederhalle die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) und den Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) auf, sich an der bundesweiten Kampagne der IB-Betriebsräte zu beteiligen. Die Betriebsräte des IB-Konzerns, unterstützt von der GEW Baden-Württemberg, fordern die Mitglieder des IB auf, sich in der heutigen Mitgliederversammlung dafür einzusetzen, dass unbefristete Arbeitsverhältnisse wieder zum Regelfall werden.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und sein Stellvertreter Nils Schmid (SPD), die SPD-Bundestagsabgeordnete Herta Däubler-Gmelin und der GEW-Bundesvorsitzende Ulrich Thöne sind prominente Erstunterzeichner des Aufrufs für unbefristete Verträge, der sich sowohl an die Bundesregierung als auch an die Arbeitgeber wendet.
Der IB mit seinem Verein und seinen Gesellschaften unterstützt bundesweit in 700 Einrichtungen an 300 Orten jährlich über 350.000 Jugendliche und Erwachsene. Mit einer Unterschriftensammlung haben 2.408 IB-Beschäftigte den IB-Vorstandsvorsitzenden Werner Sigmund aufgefordert, "mit dem Konzernbetriebsrat eine Vereinbarung anzuschließen, die die Fristverträge beim IB einschränkt."
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