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Lehrerverband

VBE startet Initiative gegen soziales Ranking im Lehrerberuf

Rechtsgutachten zur Gleichwertigkeit der Lehrerarbeit vorgestellt

Mehr zu: Lehrerbildung, Tarifvertrag, Vergütung, Schule
Berlin, 07.07.2011 -

Als "überkommenes Kastendenken" bewertete VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann heute gegenüber der Presse, "die Wertigkeit der Lehrerarbeit im Dienst-, Besoldungs- und Tarifrecht wie in der Kaiserzeit an der Schuhgröße der Schülerinnen und Schüler zu orientieren".

"Der VBE fordert die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrerarbeit", so Beckmann. Er gab bekannt, dass der VBE unter dem Motto "Mehr Gerechtigkeit wa(a)gen" eine Initiative gegen das soziale Ranking im Lehrerberuf startet. "Wir fordern alle, die politische Verantwortung für Bildung und Erziehung in Deutschland tragen, und insbesondere die Landesgesetzgeber zum Handeln auf", bekräftigte der VBE-Bundesvorsitzende. Weder die Lehrerausbildung noch der schulische Bildungs- und Erziehungsauftrag, die bisher als Argumente dienten, würden die praktizierte Ungleichheit heute noch rechtfertigen. "Lehrerarbeit in den unterschiedlichen Schulstufen ist nicht gleichartig, aber gleichwertig", unterstrich Beckmann.

Unter Verweis auf das Gutachten "Gleiche Lehrerbesoldung als Verfassungsauftrag" des Bielefelder Rechtsexperten Prof. Dr. Christoph Gusy im Auftrag des VBE sagte Beckmann weiter: "Für die Fortführung der bisherigen Besoldungshierarchie im Lehrerberuf enthält das Grundgesetz keine zwingenden Gründe. Wer Lehrämter weiterhin ungleich behandeln will, muss diese Ungleichheit begründen können." Doch laut Gutachten würden in der Lehrerausbildung für alle Lehrämter die gemeinsamen Schnittmengen überwiegen und der schulische Auftrag habe sich zum umfassenden Bildungs- und Erziehungsauftrag für alle Schulstufen gewandelt.

Beckmann rief die Länder auf, sie könnten nun beweisen, wer am besten die Gleichstellung der Lehrerinnen und Lehrer in die Tat umsetze. "Einen föderalen Wettbewerb in diesem Sinne unterstützt der VBE. Die Länder haben seit der Föderalismusreform 2006 den Hut für das Dienst-, Besoldungs- und Tarifrecht auf und wollen den Wettbewerb." Beckmann empfahl das gründliche Studium des Gutachtens. Es führe geschichtliche Zusammenhänge, Schulentwicklungen, dienstrechtliche Tatbestände und juristische Entscheidungen zusammen.

Beckmann betonte: "Der VBE weiß die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hinter sich. 71 Prozent der Bundesbürger lehnen laut forsa-Umfrage vom November 2009 im Auftrag des VBE eine unterschiedliche Bezahlung der Lehrer nach Schulformen ab. Das Denken der Bundesbürger ist deutlich moderner als die Politik." ­

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