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Pressemeldung
GEW Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein

Es bleibt dabei: Schleswig-Holstein bildet Lehrerinnen und Lehrer für ausgestorbene Schularten aus

Mehr zu: Hauptschule, Lehrerbildung, Schleswig-Holstein, Hochschule
Kiel, 07.07.2011 -

Seit 2007 hat Schleswig-Holstein eine neue Schulstruktur mit Regional- und Gemeinschaftsschulen. Jetzt präsentierte Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug ein neues Konzept für die zweite Phase der Lehrerausbildung. Doch wer eine Anpassung an neue Strukturen erwartet hatte, wurde enttäuscht.

"Es bleibt bei dem Phänomen: Schleswig-Holstein bildet Lehrerinnen und Lehrer für die schon ausgestorbenen Schularten Hauptschule und Realschule aus, und zwar nicht nur an der Universität Flensburg, sondern auch im anschließenden Vorbereitungsdienst. Der Bildungsminister kann sich einfach nicht frei machen von seinem überkommenen, am dreigliedrigen Schulsystem orientierten Weltbild", bewertete Astrid Henke, stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft am Donnerstag, 7. Juli 2011 die neue Ausbildungsordnung.

Eine wesentliche Aufgabe bei der Überarbeitung, so Astrid Henke, hätte darin bestanden, eine gemeinsame Ausbildung für die Sekundarstufe I, also die Schuljahre 5 bis 10 zu etablieren. Wichtig wäre es auch gewesen, die neuen Fächer Naturwissenschaften und Weltkunde an der Gemeinschaftsschule mit in die Ausbildung einzubeziehen. Bei den übrigen Veränderungen stelle sich die Frage, auf der Basis welcher Erkenntnisse der Minister sie überhaupt vorgenommen habe. Schließlich habe es keine gründliche Evaluierung der jetzt gültigen Ausbildungsordnung gegeben.

Für "generell problematisch" hält die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes auf zwei Jahre. "Solange die Ausbildung an den Universitäten immer noch so praxisfern wie bisher läuft, tun wir den jungen Lehrerinnen und Lehrern keinen Gefallen, wenn wir die zweite Phase der Ausbildung verkürzen." Den Auszubildenden fehle so die Zeit, den "Praxisschock" zu verarbeiten, sich umfassend einzuarbeiten, sich an die Besonderheiten ihrer Schule zu gewöhnen sowie einen eigenen Unterrichtsstil zu entwickeln.

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