GEW Baden-Württemberg
Bildungsaufbruch braucht klare Konzepte
Wegfall der Grundschulempfehlung begleiten – keine schnelle G8-Reform
Mehr zu: Baden-Württemberg, Elternwille, G8, Gemeinschaftsschule, Grundschulempfehlung, Gymnasium, Werkrealschule, SchuleDie Bildungsgewerkschaft GEW nennt die heute vorgestellten bildungspolitischen Ziele von Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) "wichtige Signale".
"Die Hauptarbeit liegt aber noch vor der Landesregierung. Projekte wie die Gemeinschaftsschule werden nur gelingen, wenn dafür zusammen mit pädagogischen Experten klare Kriterien und Konzepte entwickelt werden, die auch vorort umgesetzt werden können. Grün-rote Bildungspolitik wird nur erfolgreich sein, wenn das Kultusministerin den Wandel gezielt gestaltet. Bis September muss auch geklärt sein, wie viel Geld zur Verfügung steht. Ohne klare Finanzierung können die Schulen nicht mit der Umsetzung der Reformen beginnen und eine Umsetzung neuer Projekte auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer werden wir nicht zulassen", sagte am Donnerstag (07.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Vorrang vor allen Reformvorhaben hat für die GEW die Unterstützung der ab nächstem Schuljahr inklusiv arbeitenden Schulen mit zusätzlichen Stunden von Sonderpädagogen. Die GEW setzt sich dafür ein, dass die Abschaffung der Grundschulempfehlung von zahlreichen Maßnahmen begleitet wird. "Nicht nur Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern müssen auf die neue Situation und die damit verbundene Verantwortung vorbereitet werden. Auch die aufnehmenden Schulen brauchen zusätzliche Unterstützung zum Beispiel durch Poolstunden, um Kinder gut begleiten und fördern zu können", sagte Moritz.
An den Gymnasien warnt die GEW vor schnellen Lösungen. "Die Meinungen über die besten Lösungen für die Baustelle G8 gehen auch in den Schulen weit auseinander. Es darf auf keinen Fall passieren, dass die Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien wieder einmal mehrere Jahre unzählige Stunden in die Umsetzung einer aus Stuttgart verordneten Reform investieren müssen, statt Zeit für guten Unterricht zu haben", sagte Moritz.
Die Vorschläge zur Weiterentwicklung der Werkrealschule begrüßt die GEW-Chefin. "Es ist im Interesse der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte, wenn die Landesregierung jetzt dafür sorgt, dass das zehnte Schuljahr vernünftig gestaltet wird", sagte Moritz.
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