Wenn Eltern ihren Kindern das Schwänzen beibringen
VBE zu eigenmächtigen Ferienverlängerungen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Ferien, Schulpflicht, SchuleWenn Eltern plötzlich erfahren müssen, dass ihr Kind die Schule schwänzt, zeigen sich die meisten ziemlich fassungslos. Trotzdem gibt es immer wieder Erziehungsberechtigte, die ihren Kindern regelrecht vormachen, wie man die Schule vorführt, indem sie eigenmächtig die Schulferien verlängern und Kinder "wegen Krankheit" entschuldigen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht in solchen "illegalen Gleitzeitferien" ein schleichendes Gift für die Gesellschaft. "Der Zweck heiligt nicht die Mittel", rügt der VBE-Sprecher Eltern, die ihren Kindern das Schwänzen beibringen.
Bisweilen zeigen Eltern durch ihr schlechtes Vorbild, dass Schule für sie nicht wichtig ist. Wenn vor oder nach Ferienblöcken der Familienurlaub eigenmächtig verlängert und das Fehlen der Kinder beim Klassenlehrer von den Eltern mit "Krankheit" entschuldigt wird, lernen die Schüler von ihren Erziehungsberechtigten, dass Schule doch keinen so hohen Stellenwert hat und dass man mit Lug und Trug seinen Willen durchsetzen kann. "Wenn Kinder dieses Tricksen später auch für sich in Anspruch nehmen, sind die Eltern häufig hellauf entsetzt", so der VBE-Sprecher. Werden diese Eltern damit konfrontiert, dass ihr Kind die Schule schwänzt, fallen sie meist aus allen Wolken und können nicht verstehen, warum gerade ihr Kind gegen Recht und Ordnung verstößt.
Entgegen der landläufigen Meinung findet in den letzten Tagen vor den Sommerferien "Schule statt", wenn auch in anderer Form als sonst, da alle Klassenarbeiten geschrieben und die Zeugnisnoten gemacht sind. Jetzt stehen vor allem Erlebnispädagogik und soziales Lernen im Vordergrund: Ausflüge, Besichtigungen, Schulfeste, Vorlesestunden, Theaterstücke oder Konzerte, die gemeinsame Vorbereitung von Klassennachmittagen, Abschiedsfeiern oder Schulgottesdiensten.
Selbst ohne Schulbücher kann man vernünftig Unterricht halten. Es besteht für Eltern kein Grund, den offiziellen Ferienbeginn zu individualisieren und schleichend vorzuverlegen. "Die Ehrlichen, die sich noch an Ferienpläne halten, dürfen am Ende nicht als die naiven Dummchen da stehen", rügt der VBE-Sprecher alle Schummelferienmacher.
Ansprechpartner
Da bleibt einem doch das Lachen im Halse stecken! Wer liefert denn die Vorgaben zu solchen "Spielen"?
Wann werden wir wohl endlich damit aufhören, die Eltern als verlängerten Arm der Machtausübung für die Probleme missbrauchen zu wollen, die die Schule selbst produziert und nicht lösen kann - und offensichtlich auch nicht will?
Sich unterwerfen und EINFÜGEN bis zum letzten Atemzug - das soll SCHULE SEIN???
Hauptsache man lernt, sich nach UNTEN zu richten! Dann ist man "ehrlich". Wenn man der Schule nicht die Wahrheit über ihre Künstlichkeit und Starre ins Gesicht sagt sondern ihr kulanzhalber eine "Entschuldigung" nach ihrem Schema schreibt, stellt sie einen als Unehrlich hin und hebt ihren Oberlehrerzeigefinger. Ist das eine pädagogische Lösung???
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe
"Unehrlich" schreibt man klein.
Grüße
Hochschule
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