Gymnasialeltern Bayern e. V.
Sitzenbleiben abschaffen!
Mehr zu: Bayern, Elternarbeit, Gymnasium, Sitzenbleiben, Zensuren, Zeugnis, SchuleNun ist es wieder soweit: mehr als 50.000 bayerische Schüler, doppelt so viel wie etwa in Baden-Württemberg, werden mit dem Jahreszeugnis die Nachricht erhalten, dass sie ein Schuljahr wiederholen müssen. In den Familien werden sich Dramen abspielen, Kinder verfallen in Depressionen, die Kummertelefone laufen heiß.
In Bayern gibt es europa- und deutschlandweit die höchste Zahl an Sitzenbleibern, davon die meisten in den Jahrgangsstufen 8 und 9. Die Vorsitzende der Gymnasialeltern Bayern e. V. (GyB) Ulrike Köllner kritisiert, dass pubertätsbedingte Schwierigkeiten durch frustrierendes, sinnloses und teures Sitzenbleiben verschärft werden. Stattdessen sollten den Schulen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, die es ermöglichen, die Jugendlichen durch selbstgesteuertes Lernen und intensive Fördermaßnahmen aufzufangen.
Die Klassen in den Gymnasien jedoch bleiben überfüllt; ständiger Unterrichtsausfall mangels Lehrerreserve ist an der Tagesordnung. Selbst die Anzahl der gescheiterten Abiturienten des achtjährigen Gymnasiums ist durch die viel zu großen Kurse in den Abiturfächern übermäßig angestiegen.
Das Sitzenbleiben aber lässt sich der Freistaat fast 300 Millionen Euro jährlich kosten - Geld, das in den Schulen an allen Ecken und Enden fehlt.
Angeblich führt das Sitzenbleiben zu größerer Homogenität der Lerngruppen - gleichwohl werden stets die Noten eins bis Sechs vergeben. Angeblich bricht die Leistungsbereitschaft von Schülern völlig zusammnen, wenn nicht am Ende die Klassenwiederholung droht. Aber in Ländern wie Japan, Schweden, Finnland, England gibt es kein Sitzenbleiben – und weder Lehrer noch Professoren oder Arbeitgeber in diesen Ländern verzweifeln an Leistungsunwilligkeit oder Inhomogenität. Empirische Untersuchungen haben keinerlei positiven Effekt der Klassenwiederholung gezeigt, weder für die leistungsschwachen Schüler noch für die leistungsstarken.
Ein gegenteiliger Effekt ist anzunehmen: drohende Klassenwiederholung als Disziplinierungsmittel vergiftet das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern.
Deshalb gibt es nur eine Konsequenz: sinnlose Verschwendung stoppen, Sitzenbleiben abschaffen!
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