Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Forschungsintensität in Baden-Württemberg 2009 auf neuem Rekordniveau
Brenner: Wirtschaft und Staat investierten auch im Krisenjahr kräftig in Forschung und Entwicklung
Mehr zu: Baden-Württemberg, Drittmittel, Exzellenz-Initiative, Forschung, Public Private Partnership, Statistik, Wissenstransfer, HochschuleIm Jahr 2009 stiegen in Baden-Württemberg die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in den Forschungsstätten der Wirtschaft, an den Hochschulen und in den öffentlich geförderten FuE-Einrichtungen außerhalb der Hochschulen (Staatssektor) trotz der Wirtschaftskrise auf ein neues Rekordniveau von insgesamt 16,4 Mrd. Euro.1) Diese Mittel wurden für Sachaufwendungen, Investitionen und personelle FuE-Ressourcen eingesetzt. Gegenüber dem Jahr 2007 entspricht dies einem nominalen Zuwachs von rund 675 Mill. Euro oder gut 4 Prozent. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes wurde das Forschungs- und Entwicklungspersonal im Betrachtungszeitraum gemessen in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) um gut 4 400 auf 120 700 ausgebaut (rund 4 Prozent). Vom Zuwachs entfallen allein weit über die Hälfte auf den Hochschulsektor, dessen FuE-Ressourcen sich hierdurch um gut 15 Prozent erhöht haben.
Der Anteil der FuE-Ausgaben bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt stieg in Baden-Württemberg gegenüber dem Jahr 2007 um 0,4 Prozentpunkte und kletterte damit im Jahr 2009 auf einen neuen Rekordwert von 4,8 Prozent (FuE-Intensität).2) Im Bundesländerranking baute Baden-Württemberg dadurch seine Spitzenposition weiter aus. Kein anderes Bundesland investierte in dieser Größenordnung in Forschung und Entwicklung. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2009 rund 67,0 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet (FuE-Intensität: 2,8 Prozent). Baden-Württemberg leistete hier den Löwenanteil von gut 24 Prozent und zusammen mit den Bundesländern Bayern und Hessen stellten die drei FuE-Schwergewichte knapp 54 Prozent der FuE-Investitionen in Deutschland. Innerhalb Deutschlands sind diese drei Bundesländer außerdem die einzigen Flächenländer, die das im Jahr 2000 für 2010 in Lissabon anvisierte Ziel einer FuE-Intensität von drei Prozent erreicht haben. 3)
Der Wirtschaftssektor ist in Baden-Württemberg und auch in Deutschland mit weitem Abstand der bedeutendste Forschungsträger. Mit einem Anteil von rund 79,5 Prozent im Jahr 2009 an den gesamten FuE-Ausgaben ist dieser Anteil in Baden-Württemberg jedoch um 1,9 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2007 zurückgegangen. Der Anteil des Staatssektors hat sich aus diesem Grund um 0,3 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent und der des Hochschulsektors um 1,6 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent erhöht.
Die baden-württembergische Wirtschaft gab 2009 rund 13,0 Mrd. Euro (2007: 12,8 Mrd. Euro) für Forschung und Entwicklung im Land aus und beschäftigte 88 600 Personen gemessen in Vollzeitäquivalenten (2007: 87 600 VZÄ). In keinem anderen deutschen Bundesland waren die FuE-Kapazitäten der Wirtschaft größer als in Baden-Württemberg, der Anteil der FuE-Ausgaben im Wirtschaftssektor belief sich auf beachtliche 29 Prozent bezogen auf die gesamten FuE-Ausgaben der Wirtschaft in Deutschland. Bayern folgt mit einem Anteil von 22 Prozent auf Rang zwei (10,1 Mrd. Euro und 75 500 VZÄ). Auf diese zwei süddeutschen Bundesländer entfallen im Wirtschaftssektor somit mehr als die Hälfte der gesamtdeutschen FuE-Aktivitäten.
In den über 100 außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Staatssektors in Baden-Württemberg wurden im Jahr 2009 rund 1,5 Mrd. Euro (2007: 1,4 Mrd. Euro) für Forschung und Entwicklung ausgegeben. In diesen Einrichtungen, zu denen u.a. die Institute der Helmholz-Gemeinschaft, der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft zählen, waren etwa 13 600 VZÄ (2007: 12 600 VZÄ) mit Forschungsaufgaben betraut. Mit einem Anteil von 15 Prozent an den gesamten FuE-Ausgaben des Staatssektors in Deutschland wurde die FuE-Kapazität des Landes in diesem Sektor nur von Nordrhein-Westfalen übertroffen (rund 17 Prozent).
Im Hochschulsektor von Baden-Württemberg, der vier von insgesamt neun Eliteuniversitäten in Deutschland stellt, waren im Jahr 2009 knapp 18 500 VZÄ beschäftigt - rund 2 500 VZÄ mehr als noch im Jahr 2007. Die Ausgaben der Hochschulen für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf gut 1,8 Mrd. Euro (2007: 1,5 Mrd. Euro). Gemessen an den FuE-Ausgaben liegt Baden-Württemberg mit einem Anteil von knapp 16 Prozent (2007: gut 15 Prozent) an den gesamten Ausgaben des Hochschulsektors in Deutschland auf Platz zwei hinter Nordrhein-Westfalen (knapp 22 Prozent).
1) Die Daten des Staats- und Hochschulsektors werden jährlich vom Statistischen Bundesamt bzw. von den Statistischen Landesämtern und die des Wirtschaftsektors im zweijährigen Turnus von der Wissenschaftsstatistik GmbH im Stifterverband erhoben. Aus diesem Grund wurden für die vorliegende Gesamtbetrachtung Daten aus dem Jahr 2009 mit Daten aus dem Jahr 2007 verglichen.
2) Der starke Anstieg der Kennzahl resultiert aus der Zunahme der FuE-Ausgaben und aus der rezessionsbedingten Abnahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2009.
3) Diese Ziel wurde in der Europäischen Union im Jahr 2010 im Rahmen der EU-2020-Stategie fortgeschrieben.
Mehr Informationen und Grafiken unter www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Pressemitt/2011252.asp
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