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Bildungsmonitor

Kinder sind keine Renditeobjekte - Bildung ist ein Wert an sich

Mehr zu: Bildungsgerechtigkeit, Bildungsmonitor, Bildungswesen, Kinderrechte, Mecklenburg-Vorpommern, Sonderthemen
Schwerin, 15.08.2011 -

Wenn morgen der Bildungsmonitor 2011 veröffentlicht wird, dann schaut die ganze Republik erneut auf das Ranking der angeblich besten und schlechtesten Bildungs-Bundesländer. Landauf, landab wird der jeweilige Platz des eigenen Bundeslandes als Argument für die eigene oder gegen die Politik der anderen gewertet. Für Mecklenburg-Vorpommern steht innerhalb des Wahlkampfes eine besonders heiße Debatte zu erwarten, nahm unser Bundesland im vergangenen Jahr doch immerhin "nur" den vorletzten Platz dieser Studie, im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, ein.

Lässt dies nun auf gute oder schlechte Bildungspolitik schließen? Werden mögliche Verbesserungen als Erfolg der Politik der vergangenen Legislaturperiode "verkauft"? Laut einer, durch die GEW-nahe Max-Traeger-Stiftung, in Auftrag gegebenen Studie dürfte weder das eine noch das andere der Fall sein, da der Bildungsmonitor nur wenig echte Aussagekraft über die Qualität der Schulpolitik eines Bundeslandes hat.

"Der Bildungsmonitor betrachtet unsere Kinder und Jugendlichen als ´Humankapital´, das sich volkswirtschaftlich letztlich so verhält wie ´Sachkapital´. Persönlichkeitsentwicklungen der Schüler werden nicht berücksichtigt. Als Bildungsgewerkschaft verweigern wir uns dieser Sichtweise. Unsere Kinder sind keine Renditeobjekte! ", sagt Annett Lindner, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Mecklenburg-Vorpommern. Wer so denke, leiste einer kinderfeindlichen Gesellschaft Vorschub: "Wir müssen Bildung als Wert an sich begreifen.", so Annett Lindner weiter. Dort wo Arbeitgeber gelenkte Interessen zur Grundlage von bildungspolitischen Entscheidungen würden, entstehe eine gesellschaftliche Schieflage, die so genannte "Nichtleister" außen vorließe. Diese sind innerhalb der durch den Bildungsmonitor festgelegten Handlungsfelder beispielsweise nicht nur Schulabbrecher sondern durchaus auch Schwerpunkte wie Sport oder Kunst von denen sich kein direkter wirtschaftlicher Nutzen erkennen lässt. Außerdem sind die gewählten Methoden durchaus fragwürdig. So kann es beispielsweise sein, dass ein Bundesland im Ranking steigt, obwohl Bildungsausgaben gesenkt wurden, vorausgesetzt diese wurden weniger stark als die Gesamtausgaben herabgesetzt. "Diese Methode sagt jedoch nichts darüber aus, ob es sich um wirklich ausreichende Investitionen im Bildungssektor gehandelt hat", die Gewerkschaftschefin schließt sich der kritischen Betrachtung an. Darüber hinaus, das legt die kritische Gegenstudie nun offen, weist der Bildungsmonitor deutliche Mängel in der wissenschaftlichen Arbeit auf. Es wurde kein empirischer Beweis selbst geführt, Belege führen ins Leere, Studien, auf die verwiesen wird, werden inhaltlich falsch verwendet u.v.m.. In Zeiten von Guttenberg, Koch-Mehrin und Co vielleicht nicht die beste Argumentationshilfe. "Unsere Wahrnehmung zur Veröffentlichung des Bildungsmonitors lässt sich daher gut mit der Redewendung ´viel Lärm um Nichts´ beschreiben. Als Beweis für eine ´gute´ oder ´schlechte´ Bildungspolitik taugt diese Studie ganz sicher nicht". Der Bildungsmonitor wird seit 2004 im Auftrag der arbeitgeberfinanzierten "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)" erhoben.

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