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Inklusion

Deutsche UNESCO-Kommission berät erstmals Regionen zur inklusiven Bildung

Aachen, Oberspreewald-Lausitz und Wiesbaden ausgewählt

Mehr zu: Bildungsregion, Inklusion, Kinderrechte, Schule
Bonn, 24.08.2011 -

Der Expertenkreis "Inklusive Bildung" der Deutschen UNESCO-Kommission berät am 30. August 2011 in Bonn erstmals Regionen zur Umsetzung von inklusiver Bildung. Die Städteregion Aachen, der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und die Landeshauptstadt Wiesbaden wurden aus fast 30 Bewerbern ausgewählt. Die Beratung wird nach dem ersten Treffen in Bonn in den drei Regionen vor Ort fortgesetzt. Die Deutsche UNESCO-Kommission will mit dem Angebot inklusive Bildung in Kommunen und Regionen fördern. Inklusion soll allen Kindern eine qualitativ hochwertige Bildung ermöglichen - unabhängig von Lernbedürfnissen, Geschlecht oder Herkunft. Das Projekt wird von der Peter Ustinov Stiftung unterstützt.

"Die Bewerbungen aller Bildungsregionen waren von hoher Qualität", sagt Ministerin a. D. Ute Erdsiek-Rave, Vorsitzende des Expertenkreises "Inklusive Bildung". "Im Moment können wir zwar nur drei Regionen intensiv beraten. Wir werden aber alle Bewerber nächstes Jahr im Frühjahr zu einem Treffen einladen. So können viele Regionen von dem Beratungsangebot profitieren."

Deutschland hat im internationalen Vergleich einen erheblichen Nachholbedarf beim Thema inklusive Bildung. Kinder mit besonderem Förderbedarf besuchen noch zu selten eine allgemeine Schule. Der Anteil liegt in Deutschland bei lediglich 20 Prozent. Kinder mit Migrationshintergrund besuchen besonders häufig Förderschulen, in denen sie keinen qualifizierenden Schulabschluss erhalten. Deshalb fordert die Deutsche UNESCO-Kommission, Barrieren zügig abzubauen. Die drei ausgewählten Regionen wollen eine inklusive Bildung kontinuierlich umsetzen.

"Im Interesse von Eltern und Kindern erarbeiten wir derzeit einen kommunalen Aktionsplan zur inklusiven Bildung", sagt Stadträtin Rose-Lore Scholz vom Dezernat für Schule, Kultur und Gesundheit in Wiesbaden. Und Siegurd Heinze, Landrat im Kreis Oberspreewald-Lausitz, betont: "In meinem Landkreis sollen künftig alle Menschen leben und lernen können, ohne ausgegrenzt zu werden." Die Städteregion Aachen will inklusive Bildung ebenfalls weiter fördern. "Wir sind gut aufgestellt, was die Integration von Schülern mit Förderbedarf angeht, die Quote liegt bei 30 Prozent. Bei der Inklusion im Sinne von umfassenden Veränderungen in allen Bereichen der Bildung gibt es noch viel zu tun", sagt Norbert Greuel, Vorsitzender des Arbeitskreises Schulentwicklung in der Städteregion Aachen.

Inklusive Bildung ist ein zentrales Anliegen der UNESCO. Sie wurde in der Salamanca-Erklärung 1994 festgelegt und 2008 auf der UNESCO-Weltbildungsministerkonferenz erneut bestätigt. Inklusion soll allen Menschen eine qualitativ hochwertige Bildung ermöglichen – unabhängig von Lernbedürfnissen, Herkunft, Geschlecht und sozio-ökonomischen Voraussetzungen. Inklusive Bildung ist nach der UN-Behindertenrechtskonvention ein Menschenrecht. Die Konvention gilt seit März 2009 auch in Deutschland.

Weitere Informationen:

Kontakt:
Katja Römer
Fachbereichsleiterin Bildung, Kommunikation, Information
Telefon: 0228-60497-17

Ansprechpartner

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Ein Schulleiter..., am 24.08.2011, 19:01

Es ist eigentlich ganz einfach, das in Schule umzusetzen.... Die Fortbildung brauchen NUR die Politiker: solange Kinder einen Stempel bekommen, hat das aber alles nichts mit Inklusion zu tun, sondern ist doch nur Integration- wobei das immer noch besser ist als das überkommene Sonderschulsystem...


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