Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 26.05.2012, 10:55
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken-grau
  • Versenden-grau
Berlin

Landeselternausschuss zum Schuljahresbeginn 2011/12

Mehr zu: Ausstattung, Berlin, Elternarbeit, Lehrermangel, Schulhelfer, Schulverpflegung, Unterrichtsversorgung, Schule
Berlin, 26.08.2011 -

Zur Personalausstattung 2011/12
Es ist nicht zu übersehen, dass die Senatsverwaltung besondere Anstrengungen unternommen hat, damit in diesem Jahr tatsächlich eine nahezu 100%ige Lehrerausstattung an den Schulen gelingt. Der Versuch des LEA, sich diesbezüglich aus verschiedenen Quellen einen Eindruck zu verschaffen, ergab, dass viele Schulen betonen, dass es in dieses Mal bedeutend besser mit der Personalversorgung funktioniert hat.

Der Landeselternausschuss anerkennt diese Leistung und wir schätzen die Anstrengungen, die für einen guten Schuljahresstart unternommen wurden.

Allerdings wird auch dieses Jahr die Personalzumessung von Referendaren sowie PKB-Kräften erwähnenswert gestützt. Nach wie vor kommt Kritik auch aus Schulen, die zu 100% ausgestattet wurden, dass eine zahlenmäßig komplette Ausstattung nicht bedeutet, dass auch die Lehrer an Bord sind, die für die Erfüllung des Unterrichts gebraucht werden. Hier bietet auch die im April veröffentlichte Langfristprognose der Senatsverwaltung über den Lehrerstellenbedarf keine zufriedenstellende Perspektive. Am Mangel in den MINT-Fächern sowie in Kunst und Musik hat sich nichts geändert- darüber hinaus fehlen Sonderpädagogen, Erzieher und Schulhelfer.

Die damit in Verbindung stehende Maßnahme wie das frühzeitige Heranziehen von Referendaren als Vollzeitkräfte, mag in dem einen oder anderen Fall auch qualitativ funktionieren, aber selbst dann handelt es sich nicht um eine voll ausgebildete Lehrkraft, die dem Schulbetrieb in entsprechendem Maße (statt ~26 nur 19 Stunden) zur Verfügung steht, wie sie in der Personalstatistik aber geführt wird. Abgesehen davon, dass auch Überforderungen zu befürchten sind und ein solcher Berufseinstieg die weitere Entwicklung dieser Junglehrer negativ beeinflussen kann.

Des Weiteren ist trotz aller Bemühungen, die 100%-Marke zu schaffen, ein nennenswerter Unterrichtsausfall im laufenden Schuljahr absehbar. Denn der Markt, der zur Verfügung stehenden Lehrer wird auch 2011/12 während des laufenden Schulbetriebes leer sein und eine Personalausstattung von annähernd 100% lässt keine Krankheitsfälle oder sonstige Verhinderungen zu und wird, wie in den vergangenen Jahren Wirkung zeigen.

Der Landeselternausschuss plädiert für eine Lehrerausstattung, die entweder in den Schulen selbst oder regional und in brauchbarer Weise über die 100%, bei gleichzeitiger Beibehaltung der PKB-Mittel, hinausgeht.

Auch die Maßnahme, vorhandenes Personal mit 7 Stunden Ermäßigung wieder zum Studieren von Mangelfächer zu bewegen, ist in jeder Hinsicht eine reizvolle Idee, fordert aber ebenfalls zwingend eine Mehrausstattung mit Lehrkräften, mit der ein solcher Stundenerlass kompensiert werden kann.

Über den Zustand des baulichen Bestandes und die Unterrichtsbedingungen

In Pankow hört man vom Bezirk und der Senatsaußenstelle, dass man Mühe hat, in den kommenden Jahren den regulären Sportunterricht an den Schulen flächendeckend anbieten zu können.

Man beschneidet den Breitensport und räumt den Schulen das vorrangige Nutzungsrecht ihrer Sporthallen ein, was aber längst nicht bedeutet, dass jede Schule auch standardmäßig über eine eigene Sporthalle verfügen kann. Wegstrecken zu anderen Sportstätten, weil die eigene geschlossen wurde, werden Bestandteil des Unterrichts. Die gleichen Defizite bestehen durch die zu geringe Zahl von Schwimmhallen für den Schwimmunterricht. Über all dem steht aber lediglich das ausdrückliche Bemühen, Sportunterricht stattfinden zu lassen. Ob dies selbst auf diese rudimentäre Weise auch gelingen kann, wird sich zeigen.

In Charlottenburg-Wilmersdorf beklagt der hiesige Baustadtrat, dass aus sicherheitstechnischer Sicht nicht garantiert werden kann, dass diverse Schulen in den nächsten ein bis zwei Jahren "am Netz" bleiben können. Es fehlt das Geld, um auf das notwendigste aufrüsten zu können. Dabei ist Ch-Wi ein Bezirk, der sich haushaltstechnisch besonders um seine Einrichtungen müht und eine eigene Bauabteilung unterhält, um möglichst am Erhalt der Substanz seiner Gebäude dran bleiben zu können. Aber wo kein Mörtel - da hält kein Stein.

Beispiele, wie die marode Poelchau-Eliteschule in ihrem gesundheitsgefährdenden Zustand in Charlottenburg, ein auf die Straße fallendes morsches Fenster in Weißensee, zu kalte und überlastete Schulgebäude in Zehlendorf oder Tempelhof-Schöneberg, lassen sich quer durch die Berliner Bezirke anführen - wobei es keine Rolle spielt, welche politische Partei jeweils Vorort in der Verantwortung steht.

Die Tatsache, dass in jüngster Vergangenheit 1 Milliarde in die Bausubstanz investiert werden konnte und nahezu noch einmal soviel notwendig ist, um unsere Schulen wieder flächendeckend Sicher und zeitgemäß nutzbar zu machen, zeigt auf die Situation, in der sich die Bezirke und etliche Schulen in Berlin befinden. Ein Zustand, den eine Regierung nicht in ein oder zwei Legislaturperioden zuwege bringt. Hier hat Politik parteiübergreifend versagt.

Zusammengefasst ist festzustellen, dass die Budgets für Bildung hinten wie vorne nicht reichen. Sicherlich lassen sich betreffende Prozesse und Situationen optimieren, aber

die nicht ausreichende Attraktivität um eine Lehrerstelle in Berlin anzunehmen*, fehlendes pädagogisches Fachpersonal, die schlechten Arbeitsbedingungen von Erziehern und die zu geringen Mittel um die vorhandenen Gebäude in Schuss halten zu können, geschweige denn zu sanieren, anstehender Ausbau zu Ganztagsbetrieben und Inklusionsschulen, lässt deutlich werden, dass ein kostenneutrales Gegensteuern keine Aussicht auf Erfolg hat - nicht ausreicht.

In den Gesprächen mit den politischen Parteien in diesen Wahlkampftagen ist als Maximalangebot ein Nichtkürzen der bestehenden Bildungsbudgets zu vernehmen. Das hieße aber die Defizite und den weiter voranschreitenden Substanzabbau unserer Schulen festzuschreiben.

Fallweise bekommt man auch das Heranziehen von vermeintlichen Reserven in diversen Sozialbereichen, wie beispielsweise dem Quartiersmanagement und dgl. angeboten, um dann Schulen besser ausstatten zu können…

Wir fordern mehr Geld und Ideenreichtum, sowie mehr Entschließung und Rückgrat der Politik in Sachen Bildung. Die viel zitierte Berliner Spitzenposition im Bereich der Bildungsausgaben im Vergleich zu anderen Bundesländern dokumentiert aus unserer Sicht in erster Linie die defizitäre Einlassung und Bereitschaft Deutschlands, in Bildung zu investieren.

Die Berliner Eltern waren zu lange passiv und es verabsäumt in erforderlichem Maße dem entgegen zu treten. So gesehen haben auch die Berliner Eltern einiges für unsere Kinder gut zu machen. Der Landeselternausschuss setzt sich in obigem Sinne für ein solches Stellungbeziehen der Eltern - "Für eine bessere Schule in Berlin"- ein und wird zunehmend auf die Situation unserer Schulen aufmerksam machen und die Elternschaft entsprechend zu mobilisieren suchen.- Auch nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus.

Der Landeselternausschuss hat selbstverständlich noch weitere, aktuelle Themen zur Schulqualität und Aktivitäten auf der Agenda wie

  • den weiteren Ausbau der AGs
  • Inklusion
  • Entlastung der Schüler im Gymnasium
  • Schulessen
  • Medienkompetenz
  • Ganztagsschule
  • Schulinspektion
  • Evaluation des ISS-Schulbetriebs aus Elternsicht
  • Das Aufnahmeverfahren in die Oberschulen und seine Auswirkungen (u.a. auf die Grundschulen, Restschulproblematiken,…)
  • Offiziell mit den Eltern und Schulen direkt kommunizieren zu dürfen … und dgl.

*) Der LEA tritt nicht für die Wiedereinführung der Verbeamtung von Lehrern ein.

Bild: Landeselternausschuss Berlin

Ansprechpartner

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

Fd13c27fd5164f2b1e3abb43a9cb2a50357a4e4d
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Hochschule

Elixiere der Exzellenz

25.05.2012. (Deutsche Universitätszeitung) Sie sind die Zukunftshoffnung mancher Universitäten: die Institutes for Advanced Studies. Konzipiert als Kreativlabore der Spitzenforschung, leben einige von ihnen vom Geld der Exzellenzinitiative. Doch was wird, wenn diese Quelle im Jahr 2017 versiegt und der Bund ...

Schule

Sitzen bleiben bringt nichts

25.05.2012. (red/ots) - In vielen Familien leuchtet in diesen Wochen die Alarmstufe Rot. Der Grund: Bald gibt es Zeugnisse - und bei manchen droht die "Ehrenrunde". Genau diese würde Klaus Wenzel gern abschaffen. Warum erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes im Interview mit ...

Sonderthemen

Inklusionsfilm heute im Ersten

23.05.2012. (red/pm) Nach seiner erfolgreichen Ausstrahlung im vergangenen Dezember auf BR-alpha wird der Film INKLUSION – GEMEINSAM ANDERS nun auch im Ersten gezeigt, und zwar heute um 20:15 Uhr. Paul (Max von der Groeben) ist ein sportlicher, aber geistig leicht zurückgebliebener Junge. Steffi (Paula ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

Meine Schulzeit auf didacta-bildungsklick.tv


Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Ein Tag Ein Preis Ein Deal. Marken-Schulranzen bis zu unglaublichen 80% reduziert. Scout, McNeill, Espri... und vieles mehr.
ANZEIGE
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung