Ministerium für Bildung des Saarlandes
Saarländischer Weiterbildungspreis geht an das Mehrgenerationendorf mit Freiwilligen Akademie Bietzerberg
Mehr zu: Auszeichnungen, Lebenslanges Lernen, Saarland, Weiterbildung, WeiterbildungBildungsminister Klaus Kessler und Privatdozent Dr. Christoph Igel, Managing Director des Centre for e-Learning Technology des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), haben heute gemeinsam auf dem 1. Saarländischen Lernfest im Deutsch-Französischen Garten den Saarländischen Weiterbildungspreis übergeben.
Der Preis steht unter dem Motto "Lernzugänge der Zukunft." Erster Preisträger wurde das Mehrgenerationendorf mit Freiwilligen Akademie Bietzerberg. Den 2. Preis erhielt die Biosphären-VHS St. Ingbert. Den 3. Preis in Form von zwei Sonderauszeichnungen teilen sich das Projekt SAARBOB des Landesinstituts für Präventives Handeln sowie Farbenblind – Song gegen Rassismus. Die Entscheidung wurde von einer unabhängigen 15-köpfigen Fachjury aus Wissenschaft, Wirtschaft, Weiterbildung und Politik getroffen.
Bildungsminister Kessler unterstrich, dass Lernen der Zukunft nicht immer gleichbedeutend sei mit der Anwendung neuer Kommunikations- und Informationstechnologien. "Bei den diesjährigen Preisträgern wurde sehr deutlich, dass Lernzugänge der Zukunft auch durch bessere soziale Organisation, einem Mehr an Miteinander und Füreinander und durch Engagement im Ehrenamt geschaffen werden können", so Kessler. Privatdozent Dr. Christoph Igel erläuterte, dass Einsatz und Nutzung von e-Learning Technologien in Qualifikationsprozessen von Unternehmen und Hochschulen heute weltweit Standard ist. Es sei nun wieder an der Zeit, Innovation in der Bildung durch neue Technologien zu stimulieren, etwa um Mobiles Lernen, Lernen in 3D Welten oder Lernen unterstützt durch Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz in die Breite zu bringen.
Den 1. Preis über 2.500 € erhielt die Christliche Erwachsenenbildung Merzig e.V. (CEB) für das Mehrgenerationendorf mit Freiwilligen Akademie Bietzerberg. Laudatorin Gisela Rink, MdL, hob hervor, dass das Projekt die Jury als herausragendes Beispiel der Zurückgewinnung von Bildung und Gemeinschaft im ländlichen Raum überzeugte. Es bilde ein Bindeglied zwischen Jung und Alt und verbinde soziale Ziele mit Freizeit, Bildung und Ehrenamt, wie man sich das nur für jede dörfliche Struktur wünschen könne.
Der 2. Preis über 1.500 € ging an die Biosphären-Volkshochschule St. Ingbert. Laudatorin Barbara Spaniol, MdL, zeigte sich sehr angetan von dem Beispiel, ein zukunftsträchtiges Thema wie das der Nachhaltigkeit sinnvoll mit Freizeitinteressen zu verknüpfen und in einer beispielhaften Breite für alle Bevölkerungsschichten zugängig zu machen. Die VHS St. Ingbert sei zudem die erste Biosphären-VHS Deutschlands.
Statt eines 3. Preises wurden zwei Sonderpreise zu jeweils 500 € vergeben, da sie nicht als Weiterbildung im traditionellen gelten, ihre Auswirkungen jedoch als weitreichend für Bildungsverhalten, Selbstverantwortlichkeit und demokratische Einstellungen erachtet werden. Zum Einen handelt es sich um das Projekt SAARBOB des Landesinstituts für Präventives Handeln. Wie keine andere Maßnahme zur Verkehrserziehung, so die Laudatorin Claudia Willger, MdL, motiviere SAARBOB insbesondere Jugendliche, Verantwortung im Verkehr zu übernehmen. Sicheres Fahren ohne Drogen und Alkohol sowie soziales Verhalten würden beispielhaft mit Persönlichkeit und Stolz verbunden. Dies fördere die Verantwortung des Einzelnen gegenüber sich selbst und der Gesellschaft, so Willger.
Der zweite Sonderpreis erhielt die Landeszentrale für politische Bildung für ihre Initiative "Farbenblind – Song gegen Rassismus" als einem neuen Weg politischer Bildung. Laudatorin Isolde Ries, MdL, zeigte sich begeistert von dem künstlerisch wie politisch anregenden Song und ihren professionellen Darstellerinnen und Darstellern. Die Gruppe sei auf Anhieb sozusagen in den Charts und habe bereits unzählige Auftrittsmöglichkeiten. An vielen Orten werde so unterhaltend gegen Rassismus und für Demokratie geworben, so Ries.
Der Saarländische Weiterbildungspreis wurde 2007 vom SaarLernNetz unter Federführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit dem Landesausschuss für Weiterbildung sowie dem Bildungs- und dem damaligen Wirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Kooperationspartner sind die großen Kammern IHK, HWK und AK, die Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände sowie die Verbände der Katholischen und Evangelischen Erwachsenenbildung und alle Volkshochschulen. Der Preis soll auch zukünftig im zweijährigen Rhythmus ausgeschrieben werden.
Die Preisverleihung fand erstmals außerhalb des Ministeriums statt, nämlich auf dem 1. Saarländischen Lernfest. Einer weiteren Neuerung im Bereich des Lebenslangen Lernens für Saarländerinnen und Saarländer.
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