Deutsches Studentenwerk
Soziale Lage der ausländischen Studierenden angespannt
Drei Viertel aus Ländern mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen als Deutschland / Größte Gruppen aus China, Russland, Polen, Bulgarien und der Türkei / 81% selbst organisiert, 19% Programm-Studierende / Wichtigste Finanzierungsquellen: Jobben, Elternunterstützung, Stipendien / Größte Probleme: Orientierung im deutschen Studiensystem, Studienfinanzierung, mangelnder Kontakt zu Deutschen / Studentenwerks-Wohnheim mit Abstand beliebteste Wohnform
Mehr zu: Auslandsstudium, Berufsbildungsbericht, Fachkräftebedarf, Internationaler Austausch, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Statistik, HochschuleWie das Statistische Bundesamt heute mitgeteilt hat, beträgt der Anteil ausländischer Studierender in Deutschland 9%, drei Prozentpunkte mehr als im OECD-Durchschnitt. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) macht auf die soziale und wirtschaftliche Lage dieser Studierenden aufmerksam, wie sie in der aktuellen 19. DSW-Sozialerhebung abgebildet ist.
Die allermeisten der rund 180.000 ausländischen Studierenden in Deutschland organisieren sich ihr Studium selbst, und sie kommen überwiegend aus Ländern mit einem niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen als Deutschland. Ihre wichtigsten Finanzierungsquellen sind die eigene Erwerbstätigkeit, die Unterstützung ihrer Eltern und Stipendien. Für die Hälfte der so genannten Bildungsausländer ist Deutschland erste Wahl, und sie erhoffen sich von einem Studium in Deutschland vor allem bessere Berufschancen.
Die größte Gruppe der Bildungsausländer in Deutschland sind chinesische Studierende (23.140), gefolgt von Studierenden aus Russland (9.740), Polen (9.401), Bulgarien (9.162) und der Türkei (6.711).
In ihrem sozialen Profil unterscheiden sich die ausländischen Studierenden in einigen Punkten von ihren deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Gut ein Fünftel ist verheiratet – bei den deutschen sind es nur 5%. 11% der ausländischen Studierenden sind Eltern – bei den deutschen Studierenden sind es nur 5%.
Ausländische, ledige Studierende im Erststudium haben im Durchschnitt 725 Euro monatliche Einnahmen. Zum Vergleich: Deutsche Studierende haben im Monat mit 812 Euro deutlich mehr zur Verfügung.
Befragt nach den größten Schwierigkeiten in Deutschland, nennen ausländische Studierende die Orientierung im deutschen Studiensystem am häufigsten, gefolgt von der Studienfinanzierung und dem mangelnden Kontakt mit ihren deutschen Mitstudierenden. "Hier sind alle gefragt, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, aber auch die deutschen Studierenden selbst", kommentiert DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat die Ergebnisse.
"Wir dürfen nicht vergessen: Die ausländischen Studierenden von heute sind die Fachkräfte von morgen", betont Dobischat. "Den Studienerfolg ausländischer Studierender zu fördern, ist ein gutes Mittel gegen Fachkräftemangel."
Das Studentenwerks-Wohnheim ist für ausländische Studierende die mit Abstand beliebteste Wohnform; 41% leben im Wohnheim. Auf dem privaten Wohnungsmarkt ist es gerade für Studierende aus Afrika und Asien schwer, ein Zimmer zu bekommen. Umso mehr schätzen ausländische Studierende die Vermittlung durch ihr Studentenwerk.
Hintergrund:
Für den Sonderbericht "Internationalisierung des Studiums" aus der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks wurden im Sommer 2009 1.553 Bildungsausländer zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Befragung, das Hochschul-Informations-System hat sie wissenschaftlich betreut.
Der Sonderbericht "Internationalisierung des Studium" zum Download (94 Seiten): www.studentenwerke.de/pdf/Internationalisierungbericht.pdf
Die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts: www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/09/PD11__336__213,templateId=renderPrint.psml
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