GEW Mecklenburg-Vorpommern
All inklusiv?!
Der Weg zu einem inklusiven Schulsystem in Mecklenburg-Vorpommern
Mehr zu: Inklusion, Mecklenburg-Vorpommern, SchuleRund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus alles Bereichen der Bildung in Mecklenburg-Vorpommern gestern an der GEW-Fachtagung: "All inklusiv?! Der Weg zu einem inklusiven Schulsystem in Mecklenburg-Vorpommern" in Rostock teil.
Gemeinsam mit dem Zentrum für Lehrerbildung (ZLB) hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften M-V (GEW) eingeladen, sich rund um das Thema "Inklusion" zu informieren, zu bilden und zu diskutieren. Inklusion, zu verstehen als eine Schule für alle Kinder, gleich welcher Begabung oder körperlichen Konstitution, ist seit der Ratifizierung der UN-Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderungen durch die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2008, zur politischen aber auch praktischen Aufgabe in der Bildung geworden. Seit dem vergangenen Schuljahr werden alle Schülerinnen und Schüler im Land mit dem Förderschwerpunkt Lernen nicht mehr wie bisher in Förderschulen eingeschult.
"Die Integration dieser Kinder kam für die meisten Eltern aber auch die Lehrerinnen und Lehrer überraschend", erläutert Annett Lindner, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft. "Das Land hat es versäumt diesen so wichtigen Schritt auf dem Weg zur Inklusion mit den notwendigen umfangreichen Schulungen und den richtigen Rahmenbedingungen, wie kleineren Klassen, individuellen Lehrmittel, zu begleiten". Dementsprechend groß seien nun die Ängste aller Beteiligten, bis hin zu Ablehnung der Reformen.
Wie groß der Informationsbedarf unter den Kolleginnen und Kollegen sei, zeige sich auch daran, dass die gestrige Veranstaltung binnen kürzester Zeit völlig ausgebucht war. "Aus Sicht der Gewerkschaft befürworten wir ausdrücklich den Weg hin zu einem inklusiven Schulsystem. Alle Kinder und auch alle Pädagogen profitieren von einer konsequenten Umsetzung. Die 'eine Schule für alle' wird uns langfristig zu kleineren Klassen, einem interdisziplinären Kollegium aus Lehrern, Schulsozialarbeitern, Psychologen und persönlichen Assistenten sowie zu individuellen Lernmitteln führen", so Annett Lindner weiter. Deshalb wolle man mit Veranstaltungen wie dieser auch zeigen, dass es nicht lediglich um das Kritisieren der Politik gehe sondern vielmehr auch darum als Partner und Begleiter für die Umsetzung der Inklusion zu stehen.
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