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Jugend forscht

Bundessieger starten beim EU-Wettbewerb

23. European Union Contest for Young Scientists vom 23. bis 28. September 2011 in Helsinki

Mehr zu: Europa, MINT-Fächer, Naturwissenschaften, Wettbewerbe, Sonderthemen
Hamburg, 23.09.2011 -

Sechs Bundessieger von Jugend forscht werden Deutschland ab heute beim 23. European Union Contest for Young Scientists in Helsinki vertreten. An dem Wettbewerb nehmen in diesem Jahr 134 talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 38 Ländern teil. Die Jugendlichen präsentieren in zehn Wettbewerbsdisziplinen insgesamt 87 Projekte, die von einer internationalen Expertenjury bewertet werden.

Die deutschen Teilnehmer konnten sich beim diesjährigen Jugend forscht Finale in Kiel für den EU-Wettbewerb qualifizieren. Gabriel Salg (16) und Nicolas Scheidig (17) aus dem bayerischen Hösbach gelang es, eine neue Zauberformel für die Beseitigung von Mundgeruch zu finden. Mit sogenannten Cyclodextrinen bekämpfen sie Schwefelwasserstoff und seine Methylverbindungen als den Hauptverursacher von schlechtem Atem. Die Geruchskiller, die bislang noch nicht gegen Mundgeruch eingesetzt wurden, wirken wahre Wunder. Nach einer Spülung mit der wässrigen Cyclodextrin-Lösung verschwindet sogar Knoblauchgeruch. Beim 46. Bundeswettbewerb wurde dieses Chemie-Projekt mit dem Preis für die originellste Arbeit ausgezeichnet.

Ein mathematisches Projekt präsentieren Danial Sanusi (18), Xianghui Zhong (18) und Fabian Henneke (18) aus Bremen: Wenn ein Fußboden aus sechseckigen, einfarbigen Kacheln besteht – wie viele Farben braucht man mindestens, damit sich Kacheln gleicher Farbe nicht berühren? Dieses Problem erweiterten die aktuellen Bundessieger im Fachgebiet Mathematik/Informatik, indem sie keine flächigen Parkettböden untersuchten, sondern abstrakte geometrische Gebilde, die sich in deutlich mehr als drei Dimensionen ausbreiten.

Ebenfalls in Finnland dabei ist Benjamin Walter (17) aus Meißen. Der Physik-Bundessieger dieses Jahres untersuchte die Wechselwirkung von Coronen, einem organischen Molekül, mit einer Germaniumoberfläche. Mithilfe der Rastertunnelmikroskopie analysierte er, ob es möglich ist, mit diesen Stoffen Graphen zu synthetisieren. Graphen ist ein zukunftsfähiger Halbleiter, der künftig die Elektrotechnik revolutionieren könnte.

Die Jungforscher erhielten im Vorfeld von der Deutschen Forschungsgemeinschaft e. V. (DFG) eine qualifizierte Vorbereitung auf den EU-Wettbewerb, die sie ebenfalls beim Bundesfinale gewonnen hatten. Das Coaching umfasste unter anderem Tipps durch DFG-Experten zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Projekte.

Den jungen Wissenschaftlern winken Preise im Gesamtwert von 46.500 Euro sowie Praktika und Forschungsreisen. Die Sieger werden am Dienstag, den 27. September 2011 in einer Feierstunde in der Universität Helsinki ausgezeichnet.

Der European Union Contest for Young Scientists wird von der Europäischen Kommission veranstaltet. Ziel ist die Förderung des wissenschaftlichen Austausches und der Zusammenarbeit zwischen jungen Forschern. Seit Gründung des Wettbewerbs 1989 ist Deutschland auf europäischer Ebene mit 19 ersten Preisen die erfolgreichste Nation.

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