GEW Niedersachsen
Die moderne Grundschule als inklusive Ganztagsschule
Niedersächsische Bildungsorganisationen stellen Modell vor
Mehr zu: Ganztagsschule, Grundschule, Inklusion, Niedersachsen, SchuleIn Hannover haben heute, am Dienstag, den 27. September 2011 die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Verband Bildung und Erziehung und der Grundschulverband in einer gemeinsamen Pressekonferenz ein Modell für eine moderne Grundschule vorgestellt, das den Erwartungen der Eltern an eine optimale Förderung der Entwicklung für alle Schülerinnen und Schüler entsprechen soll.
"Wir wollen die pädagogischen Grundsätze und die Rahmenbedingungen aufzeigen, unter denen die Inklusion, die Einbeziehung behinderter Kinder an jeder Grundschule, so verwirklicht werden kann, dass sie allen Kindern zu Gute kommt", erläutern Christiane Töller-Weingart (Grundschulverband), Gitta Franke-Zöllmer (VBE) und Eberhard Brandt (GEW). An diesen Maßstäben wollen sie den Gesetzentwurf der Landesregierung messen, der in den nächsten Tagen vorgestellt werden soll. Die Konzeption der inklusiven Ganztagsgrundschule basiert auf einer Auswertung von pädagogischen Modellen und Rahmenbedingungen, in denen inklusive Pädagogik gelingt, von Eltern positiv aufgenommen wird und die Lehrkräfte nicht überfordert werden.
Eine Pädagogik, die individuelle Förderung tatsächlich umsetzt, benötigt eine echte Ganztagsschule betonen die Bildungsorganisationen. "Wir sprechen nicht von einer Halbtagsschule, die nachmittags ein bisschen Betreuung anbietet, sondern von einer Schule, in der die Lernprozesse am Vor- und Nachmittag durchgehend in Phasen der Konzentration und Entspannung strukturiert sind. Diese Ganztagsschule bindet erweiterte Bildungsangebote, individuelle Fördermaßnahmen und übendes Lernen konzeptionell ein. Freizeitgestaltung, der Zugang zu kulturellen Angeboten gehören ebenso dazu, wie ein Mittagessen und die Verzahnung mit der Jugendhilfe", führt Christiane Töller-Weingart vom Grundschulverband aus.
Das Personalkonzept sieht Teams aus allgemeinen Lehrkräften, Förderlehrkräften sowie sozialpädagogischen Fachkräften vor, die gemeinsam eine Klasse führen und einer Schule fest zugewiesen sind. "Ein Rucksackkonzept, bei dem die Zuweisung von Förderlehrkräften vom Förderbedarf einzel-ner Kinder abhängt, lehnen wir ab. Die Qualifikationen aller drei pädagogischer Berufsgruppen werden an jeder Grundschule benötigt, um pädagogische Konzepte der individuellen Förderung konsequent und nachhaltig umzusetzen." Zusätzlich müssten Therapeuten und Spezialkräfte in die Schulen kommen, die von Kindern mit besonderen Behinderungen besucht werden, so die VBE-Landesvorsitzende Gitta Franke-Zöllmer. "Die notwendigen anspruchsvollen pädagogischen Konzepte lassen sich nicht zum Nulltarif umsetzen. Mit den Billigmodellen, die neben dem Unterricht nur Betreuung und Förderlehrkräfte nur stunden-weise vorsehen, würde die Inklusion scheitern. Wir wissen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen ohne die erforderliche Personalausstattung überfordert werden, weil sie den hohen Erwartungen der Eltern nicht gerecht werden können", kommentiert der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt.
Die drei Bildungsverbände bieten anderen Organisationen, den Landtagsfraktionen sowie der Landesregierung an, ihr Modell zu beraten, und freuen sich, wenn es weitere Unterstützung findet.
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