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VBE Baden-Württemberg

Die neuen Gemeinschaftsschulen benötigen neue Schulbauförderrichtlinien

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsausgaben, Gemeinschaftsschule, Schularchitektur, Schule
Stuttgart, 09.10.2011 -

"Man kann mit den Schulbauförderrichtlinien aus der Nachkriegszeit keine neuen Gemeinschaftsschulen aufbauen", sagt der Vorsitzende des Verban­des Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand.

Wer wie die neue Landesregierung Gemeinschaftsschulen wolle, müsse nicht nur Bildungspläne, Lehrerausbildung und -besoldung reformieren, sondern sollte auch aus schlichten Klassenzimmern Lernwerkstätten ma­chen. Das gehe nur mit neuen Schulbauförderrichtlinien.

Es sei nicht nur notwendig, so VBE-Chef Brand, die neuesten bautechnischen Anforderungen an Brandschutz und Unfallverhütung bei den Schulgebäuden zu berücksichtigen und umzusetzen, sondern auch die Größe und Ausgestaltung der Klassenzimmer, wie sie der Unterricht in einer Gemeinschaftsschule erfordere. Wer sagt, er wolle Bildung für das 21. Jahrhundert anbieten, dürfe sich nicht mit Klassenzimmern begnügen, die noch zu Kaisers Zeiten als ausreichend galten.

Das Arbeiten nicht in einem Klassenverband, sondern in Lern- und Projekt­gruppen, selbstorganisiertes Lernen mit Wochenplänen, Werkstattarbeit und Ganztagsangebote erfordern mehr Platz in den Schulen, mehr Räume zum Aus­weichen und Möglichkeiten, individuelle Lerntheken einrichten zu können.

Bei höchstens 66 Quadratmeter Klassenzimmerfläche für bis zu 30 Schüler (in Gemeinschaftsschulen ist 28 als Schülerhöchstzahl angedacht) könne die räumli­che Freiheit der Lernenden nicht allzu groß ausfallen, beklagt der VBE-Vorsit­zende. Man dürfe selbstverständlich keine Vergleiche zur Zwingerhaltung zie­hen, trotzdem machten sich Verantwortliche oft mehr Gedanken über den Platz, den Tiere zur Verfügung haben, als über die räumlichen Bedingungen, unter de­nen Schüler lernen sollen.

Natürlich weiß auch der VBE, dass größere und mehr Räume entsprechend Geld kosten. Man kann aber in der Bildungspolitik nicht nur an einzelnen Stell­schrauben drehen, wenn man einen durchschlagenden Erfolg erzielen will.

Wer eine Bildungsreform anstrebt, muss diese aus einem Guss durchziehen und alle Ressorts mit einbeziehen. "Auch wenn es finanziell weh tut, muss die Devise heißen: klotzen und nicht kleckern", so der VBE-Chef. Zu groß sei die Skepsis auf Seiten derjenigen, die sonst die bisherige hohe Qualität der etablier­ten weiterführenden Schulen dahinschwinden sehen.

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