Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.
Unverwechselbare Stimmen: Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2011 geehrt
Mehr zu: Auszeichnungen, Buchmessen, Deutschland, Kulturelle Bildung, Leseförderung, Lesekompetenz, SonderthemenDer vom Bundesfamilienministerium gestiftete Deutsche Jugendliteraturpreis 2011 wurde am 14. Oktober 2011 auf der Frankfurter Buchmesse von Staatsminister Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, verliehen. Der einzige Staatspreis für Literatur in Deutschland wird seit 1956 jährlich für herausragende Kinder- und Jugendbücher vergeben und ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung zählt mit über 1.000 Gästen aus dem In- und Ausland zu den größten Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse.
Der mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk Übersetzung ging an Tobias Scheffel. Die Sonderpreisjury begründet ihre Entscheidung wie folgt: "Dank seiner Sensibilität für Sprachrhythmus und -melodie und seiner Lust am schöpferischen Umgang mit der Sprache trifft Tobias Scheffel für jeden Text den angemessenen, authentischen Ton. Er gibt den von ihm übersetzten französischen Autoren auf diese Weise auch im Deutschen eine eigene, unverwechselbare Stimme.In seinen von äußerster Präzision und großer Kreativität geprägten Übersetzungen verschiedenster kinder- und jugendliterarischer Genres verleiht er einem bemerkenswerten Kultur- und Sprachgefühl souverän Ausdruck."
Die Kritikerjury vergab weitere vier Preise in Höhe von jeweils 8.000 Euro in den Kategorien Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch. Den Preis für das beste Bilderbuch erhielt der Autor und Illustrator Martin Baltscheit für Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Bloomsbury): "Baltscheit präsentiert das Thema Demenz anschaulich, mit großer Sensibilität und ebenso viel Humor. Die rundum perfekte Gestaltung dieses Bilderbuchs überzeugt ebenso wie die Geschichte mit ihrer Dichte, ihrer Intensität und dem versöhnlichen Ende."
Im Kinderbuch zeichnete die Kritikerjury Milena Baisch (Text) und Elke Kusche (Illustration) für Anton taucht ab (Beltz & Gelberg) aus: "Der pointensicher erzählte Roman besticht durch seine ironische Brechung der Abenteuerheldengeschichte, seine treffsichere und mitreißende Erzähllust."
Sieger in der Sparte Jugendbuch wurde der Autor Wolfgang Herrndorf mit Tschick (Rowohlt Berlin): "Seine scharfe Beobachtungsgabe, seine geistreichen Schilderungen von Menschen, Szenen und Begegnungen und sein Faible für skurrile Situationen übergibt Herrndorf dem Ich-Erzähler Maik. Das feine Gespür des Autors für jugendrelevante Themen, komische Dialoge, der jugendlich-authentische Erzählton und der bis zum filmreifen Finale konsequent durchgehaltene Spannungsbogen machen den Roman herausragend."
Mit ihrem Sachbuch Alles Familie! (Klett Kinderbuch) konnten Alexandra Maxeiner und Anke Kuhl überzeugen: "In diesem Sachbilderbuch über Familienformen in Gegenwart und Vergangenheit, in Deutschland und anderswo, regiert ein Humor, der das emotionsbesetzte Thema auf die richtige Weise angeht. Informationsgehalt, Gebrauchswert für Vermittler, ästhetischer Genuss, Aufklärung und Sinnlichkeit ergeben ein Sachbuch, das in keiner Familie fehlen sollte – egal, wie sie sich zusammensetzt."
Der Preis der Jugendjury, ebenfalls mit 8.000 Euro dotiert, ging an die österreichische Autorin Ursula Poznanski für Erebos (Loewe). Nach Meinung der jugendlichen Experten "begeistert Erebos durch seine geniale und detailreiche Ausarbeitung und die aktuelle Thematik. Außerdem stellt der Einfluss von Medien auf Jugendliche den Leser nicht zuletzt vor die Frage, wie weit er selbst für ein Spiel gehen würde."
Weitere Informationen zum Deutschen Jugendliteraturpreis, die Cover der Preisbücher sowie die Langfassungen der Jurybegründungen zum Download finden Sie auf unserer Homepage unter www.jugendliteratur.org.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 3.0, K 379 oder telefonisch unter (069) 7575 43017 gerne zur Verfügung.
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