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Forschung

Investitionen in die Köpfe: Hessen fördert acht Projekte im Hochleistungsrechnen

Mehr zu: Forschung, Hamburg, Hessen, Mathematik, Hochschule
Wiesbaden, 19.10.2011 -

Acht zukunftsweisende Forschungsprojekte im Hochleistungsrechnen an Hessischen Hochschulen werden mit insgesamt 340.000 Euro unterstützt. Die entsprechenden Bescheide hat die Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, unterzeichnet.

Gefördert werden Projekte an allen hessischen Standorten mit Hochleistungsrechnern in Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Kassel und Marburg. "Unser Ziel ist, die Nutzung von Hochleistungsrechnern durch interdisziplinäre Forschungsprojekte zu optimieren. Nachdem Hessen im Rahmen seiner Hochleistungsrechnerstrategie in den letzten Jahren hauptsächlich in Hardware investiert hat, soll jetzt die Kompetenz der Forscher weiter ausgebaut werden. Denn nicht nur Technik sorgt für Fortschritt und Innovationen, sondern auch die richtige Ideen und passgenaue Software, die diese Rechner zum Laufen bringt", sagte die Ministerin.

"Mit dem neuen Förderprogramm wollen wir unsere Hochleistungsrechnerstrategie weiter vorantreiben. Durch den Ausbau von Expertise in dieser Metadisziplin wird die nachhaltige und effiziente Nutzung der angeschafften und in Betrieb zu nehmenden Rechnerhardware in Hessen sichergestellt", erklärte Kühne-Hörmann. Beispielhaft nannte die Ministerin den in Frankfurt für rund fünf Millionen Euro errichteten Hochleistungsrechner "LOEWE-CSC", der zu den weltweit sparsamsten Supercomputern zählt und bei vielfältigsten Forschungsaktivitäten im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms LOEWE zum Einsatz kommt. Darüber hinaus biete der im Bau befindliche Hochleistungsrechner an der Technischen Universität Darmstadt mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro die Perspektive, die IT-Kompetenz in Südhessen nachhaltig zu stärken. "So ist ist nicht zuletzt in Darmstadt mit dem LOEWE-Zentrum CASED ein Kompetenzzentrum für IT-Sicherheitstechnologie entstanden, das weit über Deutschland hinaus einen exzellenten Ruf genießt", sagte die Ministerin.

Die insgesamt acht bewilligten Projekte decken ein weites Spektrum von Forschungsbereichen in der Physik, Biochemie, Biologie, Bioinformatik, Ingenieurwissenschaften, Materialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften ab. Dabei werden beispielsweise Signale in Nervenzellen, Verbrennungsvorgänge, die Simulation großer Moleküle oder das Verhalten von Finanzprodukten betrachtet. Die Forscher gewinnen durch die ausgesprochen rechenintensiven Simulationen wichtige Erkenntnisse, die sonst nur aus viel aufwändigeren Experimenten gewonnen werden könnten oder zum Teil überhaupt nicht in Experimenten erforscht werden können.

Die Projekte sind durchweg interdisziplinär ausgerichtet und kombinieren das Wissen von Experten aus unterschiedlichen Forschungsbereichen. In Kooperation mit Wissenschaftlern an den Hessischen Universitäten beteiligen sich auch Forscher des GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, der Hessischen Fachhochschulen sowie international renommierte Experten aus dem Gebiet des wissenschaftlichen Rechnens. Dabei arbeiten die Fachdisziplinen mit Informatik und Mathematik an neuen oder verbesserten Entwürfen von Berechnungsverfahren für die in Hessen jetzt und zukünftig vorhandene Hochleistungsrechnerhardware. Darunter sind auch Querschnittsprojekte, die sich mit der effizienten Programmierung von Hochleistungsrechnern beschäftigen mit dem Ziel, Forschern aller Disziplinen den Zugang zu der hochspezialisierten Hardware zu eröffnen. Es ist geplant, dass erfolgreiche Projekte bis Ende 2012 weitergefördert werden können.

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